Aufgrund Notwendigkeit: Deutschland führt Faustrecht ein

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Wer hat recht? Die Rechte. Oder die Linke. Was halt (zu)trifft. (Photo by Luis Quintero on Pexels.com)

Viele Situationen, noch mehr Konfrontationen

Jeder ist wohl schon einmal in einer solchen Situation gewesen, ob beim Einkaufen an der Gemüsetheke, auf der Arbeit, an der Kinokasse oder beim Spaziergang. Man wird bedrängt, beleidigt, gar gemobbt, vor versammelter Runde und in aller Öffentlichkeit diffamiert oder bekommt einen stummen Mittelfinger und die Zunge gezeigt. Was kann man machen?

An Ort und Stelle relativ wenig. Den langen rechtlichen Weg zu gehen ist oft mühsam und zehrt nicht nur finanzielle Ressourcen auf. Kurzum: man ist machtlos.

Es folgen Unmut, Wut, gar eine Depression. Eine der am meisten unterschätzten Diagnosen, die von vielen belächelt wird, da man sie selten jemanden ansieht. Was dazukommt, sind also noch mehr Konfrontationen, laue Sprüche und Beleidigungen. Von wegen Depressionen gäbe es nicht, man solle sich zusammenreißen, ein Mann sein, sich nicht so anstellen oder andere Empfehlungen.

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RTL startet 2023 Ableger „Brauer sucht Frau“

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Der Bauer sucht. (Photo by Jake Heinemann on Pexels.com)

Eine Doku-Soap mit langer Geschichte als Vorbild

Bauer sucht Frau dürfte mit weitem Abstand eine der bekanntesten Dokumentationsseifen sein. Erstmals Oktober 2005 ausgestrahlt und von Inka Bause moderiert, begeistert das Format jedes Jahr aufs Neue, und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Im Gegenteil, RTL bleibt nicht nur auf der Überholspur, sondern will sogar noch eine Gangart zulegen.

Damals schien das gewagte Konzept fast zu einfach, um überhaupt anzukommen oder jemanden an den Fernseher zu locken. Und doch bestach das Schlichte. Man nehme einen nach Liebe bedürftigen Bauern, filme ihn und die anderen Rindviecher auf seinem Hof und knete das alles zu einer Dating-Show. Fertig? Fertig.

Schon mittlerweile achtzehn Staffeln lang begeistert die teils gescriptete Erfolgsshow zur Hauptsendezeit nicht nur das gut bebauchte, bierphile, bäurische Bauernvolk in den niederen Bayerngefilden, sondern erfreut sich auch besten Einschaltquoten im Rest von Deutschland. Regelmäßig widmen sich zwischen sieben und acht Millionen dem Fernsehgerät, um den mit Schmutz, Charme und Schweinen gesegneten Suchenden mitzufiebern.

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Hopfen und Malz? Bier her, sonst knallt’s!

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Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert. Daher vergeude niemals einen Tropfen dieses ach so holden Hopfen. Oder, wie es in den nicht nicht nur geistig unteren Breitengraden so schön heißt: Bist‘ schon voll vom vielen Fressen, hilft nur noch Saufen und Reinpressen.

Schließlich sind wir einfaches Bayernvolk nicht nur unglaublich geizig und zuwiderbrüchlich widersprüchlich, nein, wir sind zudem auch noch (und einzig nur!) im Fressen und Saufen die Besten. Eben die bayerische Dreifaltigkeit. Fressen, Saufen, bescheuert sein.

Und wie bekommt man so eine Lebenseinstellung gelehrt? Ungefähr so leicht, wie man eine Bierflasche geleert bekommt. Hoch den Stutzen, Glas leer putzen! Denn nur beim Exen kann der dickwanstige Unterbayer auch gewährleisten, keinen einzigen, noch so kleinen Tropfen des ach so holden Lebenssaftes zu verschwenden. Wäre ja ein Unding, eh?

Doch Ausnahmen bestätigen die Regel, wie ich es selbst mehr oder weniger hautnah mitbekommen habe. Denn natürlich bin ich dazu verdammt, in einem der hinterletzten Orte zu wohnen, die es gerade noch geschafft haben, nicht der Einfachheit halber nur Misthaufen #8 an der Güllegrube links genannt zu werden. Und wenn dieses räudige Kuhkaff hier nicht so ein versoffenes, vom Dummbauerntum geschwängertes Ogerdorf wäre, hätte ich niemals diesen Artikel verfassen können.

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