Hopfen und Malz? Bier her, sonst knallt’s!

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Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert. Daher vergeude niemals einen Tropfen dieses ach so holden Hopfen. Oder, wie es in den nicht nicht nur geistig unteren Breitengraden so schön heißt: Bist‘ schon voll vom vielen Fressen, hilft nur noch Saufen und Reinpressen.

Schließlich sind wir einfaches Bayernvolk nicht nur unglaublich geizig und zuwiderbrüchlich widersprüchlich, nein, wir sind zudem auch noch (und einzig nur!) im Fressen und Saufen die Besten. Eben die bayerische Dreifaltigkeit. Fressen, Saufen, bescheuert sein.

Und wie bekommt man so eine Lebenseinstellung gelehrt? Ungefähr so leicht, wie man eine Bierflasche geleert bekommt. Hoch den Stutzen, Glas leer putzen! Denn nur beim Exen kann der dickwanstige Unterbayer auch gewährleisten, keinen einzigen, noch so kleinen Tropfen des ach so holden Lebenssaftes zu verschwenden. Wäre ja ein Unding, eh?

Doch Ausnahmen bestätigen die Regel, wie ich es selbst mehr oder weniger hautnah mitbekommen habe. Denn natürlich bin ich dazu verdammt, in einem der hinterletzten Orte zu wohnen, die es gerade noch geschafft haben, nicht der Einfachheit halber nur Misthaufen #8 an der Güllegrube links genannt zu werden. Und wenn dieses räudige Kuhkaff hier nicht so ein versoffenes, vom Dummbauerntum geschwängertes Ogerdorf wäre, hätte ich niemals diesen Artikel verfassen können.

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Weil vom Saufen Gesicht und Wampe schnell anschwellen und absterben auch Gehirnzellen

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Ich weiß ja nicht, wie es in anderen Ländern und Gegenden so ist, aber hier im nicht nur örtlich niedersten Bayern sind wir genau so, wie Deutschland und erst recht die restliche Welt uns sieht: wahrlich nicht ganz licht in den oberen Regionen, nur am Weißwürste zuzeln und Schwarzgeräucherten fressen sowie uns gummistiefelbesohlt auf irgendeinem Acker mit Schlamm besuhlen. Und, was das Wichtigste ist, wir sind grundsätzlich nur am Biermachen, Bierkaufen und Biersaufen. Hier dreht sich alles nur und einzig um diese ominöse Flüßigkeit.

Hopfen und Malz – gegärt erst reingelitert, dann knallt’s.

Freilich versuche ich als hier verdammter Landsmann, auch das Gute zu sehen. Somit nicht in Schubladen zu denken und mir in so manchem Augenblick lichter Hoffnung zu denken, dass hier ja nicht nicht alle eine Säuferleber haben können und ja ebenso nicht alle dem Bier verfallen sein können. Man ist ja schließlich kein kompletter Unmensch und will dem Menschen noch eine Chance geben.

Blondinen müssen daher nicht auch recht viel dümmer als andere Frauen sein, ein Mann ist nicht immer nur ein rülpsendes, unrasiertes und manierloses Schwein, ein Russe muss nicht immer Vodka wie Wasser trinken können und nicht jeder Chinese hat Wokerfahrung und fünf schwarze Gürtel. Sondern vier. Ähm, nein. Doch nein. Die Antwort ist leider nein, werte Leser. Die in die Menschheit gesteckte Hoffnung hat sich natürlich, wie zu erwarten war, nicht erfüllt. Gar wurde sie zerlegt, noch ehe sie gedeihen konnte. Und schon langsam habe ich die Kenntnis erlangt, dass es hier einfach keine Hoffnung mehr gibt. Noch nie gegeben hat. Wieso sollte auch. In Bayern gibt es nicht viele Brauereien, wir sind eine Brauerei. Wie habe ich auch nur ansatzweise je etwas anderes denken können, ich törichte fette Hummel von einem dummen Tor.

Der bittere Moment schaler Erkenntnis kam recht schnell. Nicht so schnell wie die volle Hose nach einem Niesanfall während einer Durchfallerkrankung auf dem Trampolin, aber immerhin doch schon recht flott. Denn gerade, als ich schon dachte, dass hier vielleicht nicht jeder fettwamperte Hosenträgerträger mit Schnupftabak im aufgedunsenen Teiggesicht täglich mehr Liter an Bier säuft als andere Wasser zum Baden brauchen, durfte ich Zeuge eines Gesprächs zwischen zwei schon recht gut hochgelevelten Bierdimpfen werden.

„Ach, und wegen der Feier am Samstag – wir müssen noch das 50-Liter-Fass Bier bei der Brauerei bestellen!“
„Ge, nur ein 50-Liter-Fass? Das sind ja nur zwei-ein-halb Kästen pro Person. Ich will ja nicht nach drei, vier Stunden schon wieder durstig heimgehen müssen. Zumal die anderen ja auch was trinken!“

Zu allererst bemerkens-, beneidens- und bemittleidenswert, wie schnell er doch das Bier-Ein-mal-Eins parat hatte, während er nicht mal in der Lage war, nach dem Brunzen seinen verdammten Hosenstall zuzumachen. Fünfzig Liter, das sind zwei-ein-halb Kästen. Richtig. Ich selbst hätte auf Anhieb gar nicht sagen können, wie viele Flaschen ein Kasten hat. Hashtag ungebildet. Zum Zweiten: Ja. Richtig gelesen. Und somit Punkt Nummero Drei: Nein, das war kein Scherz seinerseits. Denn während er sich eine Brise Handvoll Schnupftabak in seine aufgeblähten Nüstern schob, die Weißwurst auszuzelte, sich dann ganz ungeniert am Sack kratzte und so laut rülpste, dass es die Krähe vier Meter weiter bewußtlos vom Baum runterdrehte, verzog er keine Miene.

Dafür verzog sich auch der letzte Funke Glauben an das hier ansässige, niedere Volk.

Willkommen in Bayern. Während woanders Milch und Honig fließen und es sich gut leben lässt, fließt bei uns nur der süße Senf für die Weißwurst und das Bier die Kehlen hinunter. Hier wird der Seelenfrieden einzig nur gemessen, an der Wampe und am Fressen. Denn hier ist es Sinn und nur das Beste, auf dass man sich auch kräftig mäste. Und wenn einmal kein Feste ist, man eben anderswo nur sauft und frisst. Amen.

Ich bin kein Bayer, holt mich hier raus!

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Das Bierbild:

Willkommen in Bayern!

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Willkommen in Bayern! 😀

Willkommen in Bayern! Das ist Ihr Mittagsmahl.

Ich empfehle dazu weiterhin: Unser bayerisches Nationalgericht als kleinen Zwischensnack 😀