RTL startet 2023 Ableger „Brauer sucht Frau“

Bild

Der Bauer sucht. (Photo by Jake Heinemann on Pexels.com)

Eine Doku-Soap mit langer Geschichte als Vorbild

Bauer sucht Frau dürfte mit weitem Abstand eine der bekanntesten Dokumentationsseifen sein. Erstmals Oktober 2005 ausgestrahlt und von Inka Bause moderiert, begeistert das Format jedes Jahr aufs Neue, und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Im Gegenteil, RTL bleibt nicht nur auf der Überholspur, sondern will sogar noch eine Gangart zulegen.

Damals schien das gewagte Konzept fast zu einfach, um überhaupt anzukommen oder jemanden an den Fernseher zu locken. Und doch bestach das Schlichte. Man nehme einen nach Liebe bedürftigen Bauern, filme ihn und die anderen Rindviecher auf seinem Hof und knete das alles zu einer Dating-Show. Fertig? Fertig.

Schon mittlerweile achtzehn Staffeln lang begeistert die teils gescriptete Erfolgsshow zur Hauptsendezeit nicht nur das gut bebauchte, bierphile, bäurische Bauernvolk in den niederen Bayerngefilden, sondern erfreut sich auch besten Einschaltquoten im Rest von Deutschland. Regelmäßig widmen sich zwischen sieben und acht Millionen dem Fernsehgerät, um den mit Schmutz, Charme und Schweinen gesegneten Suchenden mitzufiebern.

Weiterlesen

Hopfen und Malz? Bier her, sonst knallt’s!

Bild

Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert. Daher vergeude niemals einen Tropfen dieses ach so holden Hopfen. Oder, wie es in den nicht nicht nur geistig unteren Breitengraden so schön heißt: Bist‘ schon voll vom vielen Fressen, hilft nur noch Saufen und Reinpressen.

Schließlich sind wir einfaches Bayernvolk nicht nur unglaublich geizig und zuwiderbrüchlich widersprüchlich, nein, wir sind zudem auch noch (und einzig nur!) im Fressen und Saufen die Besten. Eben die bayerische Dreifaltigkeit. Fressen, Saufen, bescheuert sein.

Und wie bekommt man so eine Lebenseinstellung gelehrt? Ungefähr so leicht, wie man eine Bierflasche geleert bekommt. Hoch den Stutzen, Glas leer putzen! Denn nur beim Exen kann der dickwanstige Unterbayer auch gewährleisten, keinen einzigen, noch so kleinen Tropfen des ach so holden Lebenssaftes zu verschwenden. Wäre ja ein Unding, eh?

Doch Ausnahmen bestätigen die Regel, wie ich es selbst mehr oder weniger hautnah mitbekommen habe. Denn natürlich bin ich dazu verdammt, in einem der hinterletzten Orte zu wohnen, die es gerade noch geschafft haben, nicht der Einfachheit halber nur Misthaufen #8 an der Güllegrube links genannt zu werden. Und wenn dieses räudige Kuhkaff hier nicht so ein versoffenes, vom Dummbauerntum geschwängertes Ogerdorf wäre, hätte ich niemals diesen Artikel verfassen können.

Weiterlesen

In Bayern gibt es halt kein Zügeln, sondern einzig sich mit Bier wegbügeln

Da geht man gemütlich um halb sieben Uhr morgens zur Arbeit, als einem aus dem nächsten Hauseingang zwei Individuen entgegentorkeln.

Ohne, dass ich auch nur ein einziges verlalltes Wort verstehe, welches der Erste seinem ebenso angesoffenen Kumpanen zuwirft, weist er sich mit allen erkennbaren Merkmalen als legitimes Volk dieses niederen Saukaffs namens Zwiesel** im noch niederen Niederbayern aus: Kippe in der Fresse, Pulle in der Hand und einen solchen Kuckuck im Leuchtturm sitzen, als hätte er noch in den frühsten Morgenstunden eine ganze Fußballmannschaft unter den Tisch saufen müssen.

Leute. Ich sag das nur einmal. Samstag. Sieben Uhr morgens.

Da kann man nicht schon, oder noch immer besoffen sein. Da beginnt der Tag! Da heißt es carpe diem, und nicht hau dir die Binsen weg, bis der Tanker brennt. Andererseits … Bayern. Einfach nur Niederbayern. Was will man von einem niederbayerischen Kuhfladenprovinz auch anderes erwarten. Da ist es eher noch ein Wunder, dass er nicht tubaspielend in mit Kuhscheiße beschmierten Gummistiefeln in das nächste Wirtshaus zum frühschoppenden Weißwurstfressen einmarschiert ist.

** Name nicht von der fertigen Redaktion geändert.