Sein erstes Mal war eine Qual, doch war er erst einmal im Mund, ging es flott und richtig rund

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Ältere Menschen sind schon lustig. Besonders, wenn es sich noch dazu um Bauern handelt. Und noch schlimmer, wenn es sich zeitgleich um Bayern handelt. Eines dieser Vorkommnisse ist ja schon schlimm, aber beide in Kombination, das ist … ja, wie soll ich sagen, das Wörtchen deluxe ist zu fein für so einen Misthaufen, warum nennen wir es nicht einfach einen Sauhaufen? Ja? Denn Bayernbauern pflegen neben einer Schrotflintenmentalität auch stets das erste und einzige Gebot, den Grundsatz engstirniger, horizontloser Weltauffassung: Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. Auch wenn man das bei uns hinterwäldlerischen Bauernvolk nicht nur auf das Kulinarische beziehen sondern auf das Ganze Leben beziehen kann, so wird es dieser Post dennoch tun.

Ein Gedicht von Gericht: Nasi Goreng.

In diesem Post geht es um mich und einen Bekannten. Einem älteren Herrn, der nur kennt, was er kennt und nur frisst, was er frisst. Änderungen, Neuerungen und vergleichbar gibt es nicht. Neues wird grundsätzlich verteufelt und für böse empfunden. „Nein, das mag ich nicht“ ist die Standardantwort. Auch wenn er gar nicht weiß, was ich ihm überhaupt empfehlen will.

Schon vor längerer Zeit war ich mit ihm einmal unterwegs. Zur Mittagszeit dachte ich, ihn für einen leckeren thailändischen Imbiss begeistern zu können. „Nein, das ist nicht so das meine“, meinte er, auch wenn er es mit keinem richtigen Argument belegen konnte. Ironischerweise hatten wir am gleichen Tag die Thematik der Tiefkühlkost angeschnitten, bei welcher er sich ziemlich für das Nasi Goreng aussprach. Ja, das macht für mich auch keinen Sinn.

Dennoch.

An besagtem Tag Weiterlesen

Knallst du damit in eine Laterne, siehst du gar noch dümmer aus und viele Sterne

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Auch immer bemerkenswert: Diese angesoffene Stammtisch-Bauernfraktion, die im Straßenverkehr auf flotten Rollern rumdüst und ganz offenbar im Suff das Helmchen mit einem federbestückten Filzhut verwechselt hat. Ja. Der wird bei Stürzen sicher gut schützen, wenn die Bremse nicht mehr funktioniert und die eigene Birne die Wucht des Sturzes am Laternenmast abfedern muss.

Aber ok, würde ich so einen vom Suff hellrot angeschwollenen, unterbelichtenen und mangelbelüfteten Affenwirsing zwischen den Schultern tragen, würde ich der Komplettheit halber auch Prioritäten setzen und den Tirolerhut tragen. Denn sicher ist sicher, eh?

Schützt weder vor der Laterne noch vor Gelächter: Hut.

Schützt weder vor der Laterne noch vor Gelächter: Hut.

Wie sähe das auch aus, würde man zwischen dem zweiten Frühschoppen und ersten Weißwurstfressen pfeifepaffend in unvollständiger Uniform durch die Gegend reisen? Genau. Nicht gut. Also vollkommen richtig gehandelt.

Was sollen zudem auch nur die ganzen Saupreißen denken? Die würden ja aus den weißsockigen Sandalenlatschen kippen und das ganze Weltbild unseres niederen, leberkassemmelfressenden Bayernlandes nicht mehr verstehen. Aus wär’s! Also: Tradition bewahren!

Großvater Josef ist ja auch schon ohne Helm rumgefahren. Der fuhr zwar nur Fahrrad, dafür hat’s den mal aufgrund einer übersehenen Bordsteinkante mehr oder weniger instantös in die Horizontale gelegt und so dermaßen an die Laterne gezimmert, dass‘ ihn quasi komplett aufgestellt hat.

Bildquelle:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3ATyrolean_hat_3.jpg,
By Axelator at English Wikipedia [Public domain], via Wikimedia Commons

Und mit dem Anlaufen der Futterfräse startete auch des Höllenschlunds Gebläse

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Öh, das Thema ist wieder mal Fressen. Wer hätte das gedacht? Jeder? Gut. Weiterlesen, Bratwurstling! Ein Abenteuer erwartet Dich!

Manchmal geht es in der Arbeit von der Zeit und vom Arbeitspensum aus, dass man sich in der Kantine dieser einen Einrichtung gediegen was in die Fressaufnahme zimmert – und das noch für einen sehr annehmbaren Preis. Die Portionen sind sättigend, die Eimersalate sehen sogar wie Salate aus, die vorgekochten Fertiggerichte bleiben dauerhaft im Magen und verlassen ihn auch wieder auf dem herkömmlichen Wege. Ein Dreiergespann aus Gründen, es immer wieder anzugehen.

So auch an diesem Tag.

Vereinzelt kommt es hingegen vor, dass die Kantine gut besucht ist – entweder, weil sie neben mir wieder alle anderen Verfressenen ausgelassen haben oder besondere Gerichte auf der Karte stehen. Braten, Wild oder alles andere, was der niedere Mistbauer in dieser Gegend hier kennt und mag, auch wenn er es nicht buchstabieren, dafür in seine zahnlücklige Bauernfresse schieben kann. Manchmal isst man dort schließlich so gut wie in einem Restaurant, und das für einen Bruchteil des Preises. Dafür geht es erwähnterweise manchmal ziemlich zu, so dass man froh sein muss, noch einen Platz ergattern zu können.

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