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Inhaltsverzeichnis
Große Löcher, noch und nöcher
Ganz intim und legitim
Jeder Spritzguss für den Fiskus
Wer penetriert, wird abkassiert
Lohnt total: Mehr oral
Voyeure als Kontrolleure
Neue Paragrafen, neue Strafen
Newsquellen
Bildquellen
Fußnoten
Ausnehmer (Outtakes)
Große Löcher, noch und nöcher
Erst kürzlich machte der Bundeskanzler in seiner Rede zur Schieflage der Nation klar, wie eng das Budget des Staatshaushaltes ist. „Um die großen Löcher bei den Finanzen zu stopfen, muss jeder Bürger seiner Pflicht nachkommen und ab 2028 bei sich zu Hause anfangen, Löcher zu stopfen. Denn je mehr eingeführt wird, umso mehr kann auch abgeführt werden.“
Gemeint ist die Abgabe der Vergnügungssteuer, von manchen Quellen auch Sexsteuer und Sex Tax genannt. Dafür hat das Bundesfinanzministerium bereits über entsprechende Medien informiert. Fachzeitschriften berichteten schon in den letzten Tagen, Steuerkanzleien dürften über die Neuerungen bereits Kenntnis tragen. Programme zur Einreichung der Einkommenssteuererklärung bekommen in den nächsten Wochen entsprechende Updates.
Wie hoch die Sex Tax ausfällt, errechnet sich mithilfe eines komplexen Schlüssels, richtet sich aber primär nach der Paarungsfrequenz und angewandten Praktiken. So werden gewisse Praktiken stärker besteuert als andere. Manche verschaffen sogar eine Steuersenkung.
Ganz intim und legitim
Dafür gibt es ein neues Datenblatt. Anzugeben sind sowohl die eigene Sexualpräferenz als auch eine grobe Selbsteinschätzung über die Paarungsfrequenz. „Dabei sollte man, wie bei der Einkommenssteuererklärung und anderen offiziellen Dokumenten auch, unbedingt bei der Wahrheit zu bleiben“, findet der Finanzminister warnende Worte. In Sonderfällen kann das Finanzamt nämlich eine Überprüfung veranlassen, in etwa durch Einsendung von Videomaterial und Überprüfung vor Ort durch mehrere geschulte Mitarbeiter.
Diese Mitarbeiter sind direkt dem Bundesfinanzministerium unterstellt und nennen sich B.U.M.S.E.R. (Beamten zur Ueberprüfung und Monetaren Sichtung von Einkommenssteuer-Richtlinien.)
In den Steuerprogrammen wie Elster, Taxfix, Steuerbot und Konsorten wird in den nächsten Wochen ein Update aufgespielt. Dann kann man sich auch am Heimrechner bereits vorher ausrechnen und anzeigen lassen, wie viel einen das eigene Vergnügen kostet. Eine Sorge will man aber nehmen: Die Handhabe ist verständlich für jedermann, verspricht man.
Jeder Spritzguss für den Fiskus
Gesammelt werden diese intimen Daten in einer speziellen Übersicht, dem G.L.I.E.D. (Geschlechtsverkehr, Libido und Intimität Erfassendes Datenblatt). Bevor man es aber dem Steuerberater oder dem Finanzamt geben kann, muss es erst vollständig bearbeitet werden und einsatzbereit sein. Das Programm frägt einen dazu ab.
Um den zu Besteuernden die Einschätzung zu erleichtern und Missverständnisse zu verhindern, wird Wert auf simple, fast schon banale Terminologie gesetzt. Warum das so ist, erklärt das Programm in der Hilfeseite: Da die neuen Angaben bei der Einkommenssteuererklärung weitaus intimer geworden sind, will man es dem Bürger nicht unnötig schwer machen.
So reicht die Skala der Länge für das männliche Geschlecht von Mikro über Medium und Moderat bis hin zu Monster. Bei den weiblichen Geschlechtsorganen reicht es von Lippen über Lappen bis hin zu Lumpen. Was sich für den einen oder anderen hier wie schmutziger Jargon anhören mag, wird auf der Hilfeseite als „bürgernahes Vokabular“ definiert.
Bei der Abmessung ist stets der größtmögliche Faktor entscheidend. Laut der verfügbaren Anleitung ist es in manchen Fällen besser, statt der Länge den Durchmesser, oder die abnehmbare Leistung des Arbeitsgerätes anzugeben. Bei Frauen entfällt dieser zweite Faktor, dafür müssen alle Geschlechter ihre Paarungsfrequenz angeben. Hier reicht die Skala von Kein, geht über Kaum bis hin zu Karnickelkarusselknickknack.
Ebenso angegeben werden können Abonnements für Erwachsenenzeitschriften und Videoportale mit expliziten Inhalten oder hinzugebuchte Kanäle. Diese wirken sich nämlich mildernd auf die zu entrichtende Vergnügungssteuer aus – schließlich bringt man durch diese Ausgaben Geld in Umlauf. Einfacher wird es ab hier jedoch nicht. Denn nachdem Größe und Ausmaß angegeben worden sind, muss man mindestens eine Kategorie auswählen, in der man aktiv oder passiv fällt.
Wer penetriert, wird abkassiert
„Es gibt viel zu beachten“, sagt uns Reiner Drücker, Steuerberater aus Köln. Er selbst hat aufgrund der sich geänderten Gesetzeslage schon ein Abonnement bei einer Videoplattform abgeschlossen und ist zwei neu gegründeten Vereinen beigetreten – den Gelsenkirchener Gloryhole Gals e.V. und dem Swing & Swap Stuttgart e.V..
Interessant: Beide Vereine sind bereits Anfang 2026 gegründet worden. Erstgenannter war bereits kurz nach Bekanntgabe beim zuständigen Amtsgericht eingetragen worden. Auf lange Nachfrage der BBQ-Redaktion beim Verein hieß es, die Anmeldungen schossen direkt durch die Decke, und der Verein war plötzlich in aller Munde. Allein in der ersten Woche nach Bekanntgabe kamen fast fünfhundert Mitglieder.
Offensichtlich ist die derbe Wortwahl. Auch Drücker kam zu Beginn nicht umher, die eher anzügliche Namensgebung zu sehen. „So sehr sich auch alles nach schmutziger Satire anhören mag, bei Finanzen und bei der Steuer kennt selbst der sonst so leichthumorige Deutsche keinen Spaß“, mahnt Drücker. „Der Fiskus drückt das aller Härte durch, doch gibt es auch nutzbare Schlupflöcher. Und wenn man es nur in Zahlen betrachtet, lässt sich beim Paaren wirklich etwas sparen.“
Lohnt total: Mehr oral
„In etwa lässt sich sparen, wenn man gewisse Kombinationen und Verhältnisse beachtet. So das Ratio Fellatio – sobald Fellatio als Tätigkeit ausgewählt ist, sinkt die Abgabe um 2,5 Prozent, da es als Vorspiel gilt. Darunter fällt auch das Cunnilingus Minus – Häkchen. Ist beides ausgewählt, erfüllt sich die sogenannte Oral Ideal Numeral – eine spezielle Ziffer, mit welcher man die Abgabelast erheblich sinken kann. Man muss also mehr lutschen, um nach unten zu rutschen. In Kombination mit der besonderen Bukkake-Belastung kann das bis zu 6,9 Prozent ausmachen.“
„Ein Coitus Interruptus hingegen zählt auch als zu versteuernde Tätigkeit“, weiß Reiner Drücker. „Grundsätzlich gilt: Wo etwas eingeführt wird, muss auch etwas abgeführt werden. Darauf werden die B.U.M.S.E.R. der Regierung auch besonders in der Einführungsphase mit Nachdruck darauf achten.“
Voyeure als Kontrolleure
Um die neue Vergnügungssteuer auch durchzusetzen und Steuerhinterziehung zu verhindern und der orgasmisierten Kriminalität einen Riegel vorzuschieben, schuf das Finanzministerium neue Beamtenstellen. Neben den oben erwähnten B.U.M.S.E.R. werden auch Koitus-Kontrolleur eingesetzt. Diese bilden die Vorhut, bevor die B.U.M.S.E.R. in Aktion treten. Die Befugnisse dieser Kontrolleure richten sich ungefähr an die der damaligen Kontrolleure der GEZ (Gebühreneinzugzentrale, seit 2013 ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice).
Auch sie werden unangemeldete Hausbesuche machen. Weiterhin ist es ihnen erlaubt, die Situation einzuschätzen und abzuwägen, ob ihr Dasein als Voyeur reicht und kein Verstoß vorliegt, oder ob die B.U.M.S.E.R. vorstoßen müssen.
Neue Paragrafen, neue Strafen
Das Einkommenssteuergesetz besteht aus fünfundzwanzig Abschnitten, von I. Steuerpflicht bis XV. Energiepreispauschale. Um die neue Vergnügungssteuer abzugrenzen, wird der Abschnitt 30 als XXX. Vergnügungssteuer angefügt. Er unterteilt sich in mehrere Paragrafen – unter anderem § 127 Petting, der Petting-Paragraf und § 128 Penetration als Penetrationsparagraf. Weiterhin gibt es noch § 129 Präkoitale Versteuerung und § 130 Postkoitale Versteuerung.
Zu beachten sind die neuen Abgabefristen. Mit Einführung der Vergnügungssteuer verengen auch allgemeine Fristen. Gleichzeitig fällt die freiwillige Einkommenssteuererklärung weg, für die bisher eine Frist von vier Jahren galt. Nun ist jeder Bürger verpflichtet, eine solche Erklärung abzugeben.
Eingeführt wird die neue Vergnügungssteuer zum Stichtag 01. Januar 2028. „Bis zur Umstellung ist das eine vermeintlich kurze Zeitspanne, in der wir von jedem Bürger das G.L.I.E.D. anfordern“, hieß es in einer Ansprache. „Unter Umständen kann es das Finanzamt auch schneller benötigen; dann sollte man schnell handeln, sich um sein G.L.I.E.D. kümmern und es dem Finanzamt geben. Wer zu früh kommt oder gar zu spät, dem drohen Sanktionen oder ein Besuch der B.U.M.S.E.R. der Regierung.“
Newsquellen
- Keine
Bildquellen
- Keine
Fußnoten
- Keine
Ausnehmer (Outtakes)
- Hart wäre man, Software kommt dann
– Das brachte ich nicht unter, war zu sperrig und zu lang. (That’s what she said.) - Einkommenssteuer-Erklärung / Einsamungssteuer-Erklärung
– War ein bisschen zu billig der Wortwitz. - penetrant penetrierend
– rausgenommen bei „Voyeure als Kontrolleure“ - eingerissene Mundwinkel oder rissige Rosetten als Sonderbelastung
– Brachte ich thematisch nicht unter - Analen Anlagen
– Passte thematisch nicht mehr rein. - „Leert nicht nur den Geldsack“
– Zu wenig subtil, und ich bekam die Kurve nicht. - Fiskus / Fistus
– Brachte ich nicht mehr unter.