Nun offiziell: Netflix startet Porno-Ableger Nutflix

Es ist nun offiziell! Was in manchen Internetforen schon seit Jahren als Gerücht kursiert oder von dubiosen Trittbrettfahrern als nicht nur namentliche Persiflage benutzt wurde, ist jetzt gewiss: Netflix, Inc., US-amerikanischer Anbieter im Bereich Filme und Serien, startet einen neuen Ableger, der pornografische Inhalte bietet: Nutflix.

Dabei ist der Name Nutflix selbst ist ein Kunstwort, das sich aus nut und flix zusammensetzt. „to nut“ stammt aus dem Englischen und ist eine umgangssprachliche Bezeichnung sowohl für das Substantiv Ejakulation als auch das Verb ejakulieren. flix hingegen ist die verkürzte Version von flicks, ein Ausdruck für Filmstreifen.

Netflix Inc. wurde schon 1997 gegründet und ist in Los Gatos, California ansässig. Mit fast 9.500 Mitarbeitern, über 220 Millionen abgeschlossenen Abonnements und einem generierten Jahresumsatz von 25 Milliarden US-Dollar (Stand 2020), sucht das Medienunternehmen nach immer neuen Wegen, neue Kunden zu gewinnen.

Wie es kam

Das gestaltete sich als schwierig. Während zu Beginn selbstproduzierte Serien und Filme, die Originals, noch vielversprechend und von Erfolg gezeichnet waren (House of Cards, Narcos, Marvels Daredevil, Dark, Punisher), driftete der Konzern – wie auch andere – mehr und mehr in die Woke-Schiene ab. Woke zu sein ist eine Bewegung, in der man versucht, einer vermeintlich zu geringen sozialen Gerechtigkeit und gar Rassismus entgegenzuwirken, und das teils militant und aktivistisch.

Dabei wird die unschuldige, Kunst selbst als Kriegsschauplatz jeder Argumentation und Aushängeschild verwendet. Die Folge: Diversität um jeden Preis, und das nicht nur im Buchbereich. Dabei sind eine packende Story und sinnvolle Inhalte von gänzlich irrelevanter Natur.

Während zunehmend eine eher passive Gegenbewegung „Go woke, go broke“ (Werde wach, gehe bankrott) stattfindet und viele gemäß dem Motto „Vote with your wallet“ ihrem Unmut Luft machen, scheint Netflix mit Nutflix einen Weltmarkt zu penetrieren, der in jeder Hinsicht seinesgleichen sucht.

#FromWokeToWank – Versteifung auf Eigenproduktionen

Notwendige finanzielle Mittel für einen An- und Zukauf von Studios in diesem Bereich für Erwachsene waren nicht das Problem. Trotzdem will man auch einige Eigenproduktionen ins Programm aufnehmen.

Hierfür konnte man auch Powerhouse Dwayne „The Rock“ Johnson für insgesamt vierunddreißig weitere Produktionen gewinnen, der hierfür unter dem Namen „The Cock“ Johnson gehandelt wird.

Besonders wären Produktionen für homosexuell orientierte Zuschauer in Planung. Unter anderem Gaywatch als Neuauflage von Baywatch und The Rimdown als Neuauflage von The Rundown. Ob Johnson wirklich davon angetan ist oder ob er sich für einen millionenschweren Beitrag überreden ließ, seine äußerst magere Fernseh-Präsenz aufzuwerten und in der Schiene „Gay per pay“ zu fahren, ist unbekannt.

Neu bei Nutflix, anders als bei Netflix, ist die Watch Orgy – eine Funktion, die man sich bei Amazon Prime Video abgeschaut hat und dort den Namen Watch Party trägt. Gemeint ist die Möglichkeit, einen Film nicht nur im Kreis der Familie, sondern mit insgesamt einhundert weiteren Nutzern anzuschauen und auch dabei zu chatten.

Bei Nutflix soll es möglich sein, mehrere Nutzerprofile anzulegen, um so auch den Partner, den Onkel und die Großmutter in den Genuss und auch so kommen zu lassen. Man wolle die Familie zusammen kommen lassen, heißt es.

Um den Einstieg zu erleichtern, gibt es eine kostenlose, zweiwöchentliche Testphase. Als nützlich erweist sich da die Option, schon zu Beginn seine Vorlieben – Fetische – anzugeben, an einem Gerät den Streifen zu beginnen und beispielsweise unterwegs auf dem Weg zur Arbeit oder Mittagspause weiter anzuschauen.

Neu auch: Es wird ein öffentliches Profil angelegt, mit dem man in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter seine Fapping favorites teilt. Also Filme, die man gerade ansieht, welche Vorlieben man hat und zu welcher Szene man besonders oft zurückkehrt. Letzterer wird Dick pick genannt und automatisch auf dem Profil als Vorschau generiert.

„Praktischerweise entfällt die Suche nach einem Nicknamen, da bereits in der Testphase viele die Möglichkeit nutzten, sich mit ihrem Facebook- oder Xingprofil anzumelden und den Echtnamen zu verwenden.“

NETFLIX

Facebook und Xing dürften gute Stichworte sein – wie üblich schläft die Konkurrenz schläft noch weniger, als die Nutzer es zu später Stunde tun.

Der Konkurrenzkampf erhärtet sich

So hat Disney+ bereits angekündigt, einen ähnlichen Service auf den Weg zu bringen.

„Wir waren schon immer familienfreundlich orientiert“, heißt es. „Daher begrüßen wir jede Entwicklung, jede Sexualität, und auch jede Auslebung und Darstellung davon, insofern sie natürlich nicht gegen geltende Rechte, die Entwicklung Schutzbefohlener oder die Würde eines Menschen verstößt.“

Um dem Statement gleich eine stattliche Untermauerung und dem Internet Gesprächsstoff zu liefern, nannte man bereits einige Titel – oder besser gesagt alte Titel, die man in gewohnter Weise neu auflegen will. „Alles, was du liebst + nie erwartet hättest“, lautet der aktuelle Slogan, der auch für die neue Ausrichtung passt.

So wolle man sich nicht an bekannten, abgeleierten Listen vermeintlicher Pornofilmtitel orientieren, sondern neu beginnen. Mit Klassikern wie Die 12 Geschwollenen, Die Steifeprüfung und King Schlong und die weiße Frau soll der Markt erobert werden. Nicht nur den Mainstream wolle man bedienen, auch Sparten abseits der Normalität will man gewinnen. Winnie Poo auf großer Scheiße, Winnie Poo – Gas im Frühling, Crap und Crapper und Mary Poopins.

Weniger kreativ, ja pragmatisch verhält sich da Amazon; der Internetriese will seinen zukünftigen 18+ – Service nur Amazon Prime Porno nennen und noch zu Beginn des nächsten Quartals erste Testphasen von einer Woche anbieten. Eine Wanking Week, wie es genannt wird. Also sieben Tage als Entscheidungshilfe. Darüber hinaus soll es auch möglich sein, Videokanäle zu buchen, und Amazon verspricht, jedem legalen Fetisch zu bedienen.

Bei Amazon weiß man um die Melkbarkeit seiner Kundschaft und dass sie hierfür auch gerne selbst Hand anlegt. Daher wirbt man mit dem Slogan „Getting off to get off“ – grob übersetzt wirbt man dafür, für den Kunden nach der Arbeit da zu sein und ihm zu helfen, Druck abzulassen.

Amazon rückt nach, und dicht darauf folgt Alphabet. Als Mutterkonzern von Google und YouTube erkannte Alphabet auch in diesem Markt große Chancen.

So übernahm Alphabet kurzerhand das vom Namen inspirierte YouPorn für einen einstelligen Milliardenbetrag.

Strategisch klug hing Alphabet das nicht an die großen Glocken. YouPorn befand sich bis dato noch im Besitz von Mindgeek, einem Medien- und IT-Unternehmen mit Sitz in Luxemburg. Internen Berichten zufolge sei die Transaktion aber bereits etwa zu der Zeit geschehen, als Netflix Nutflix plante.

Offiziell nennt man keine Zahlen. Doch gemessen an den millionenfachen Klicks, Besucherzahlen und der Tatsache, dass sich die Seite mittels Werbeeinblendungen finanziert, machte Alphabet trotz milliardenschwerer Investition einen lukrativen Kauf.

Sex sells – and everyone’s buying

Alphabet kam spät, dafür mit großem Druck und holte gewaltig auf. Pornografie ist ein Millionengeschäft und der Grund, warum es blickdichte Vorhänge, Kopfhörer, Inkognito, InPrivate und andere Modi bei Chrome, Edge, Firefox und Safari gibt.

Ein Viertel aller Suchanfragen richten sich an pornografische Anliegen, mehr als jede zehnte Seite hostet Pornografie und über dreißig Prozent der Downloads sind – richtig – Pornografie.

Pornografie ist der Grund, warum es das Internet gibt.

Die digitale Infrastruktur ist also gerüstet, und bietet ausreichend Ressourcen für den Kampf der Giganten im Bereich des Streamings für Erwachsene. Primär wird es ein Kampf zwischen Nutflix und YouPorn zu werden. Wie es aber so ist, im Geschäft, in dem täglich Abermillionen verdient werden – jeder will ein Stück vom Kuchen.

Deshalb drängte sich auch der ewige Nachzügler Apple hinzu und brilliert mit brachialen Billiarden Dollar Schubkraft. Auf einer Entwicklerkonferenz hieß es dazu überraschend offen:

„Of course we also want to face that challenge and get a huge load of it, especially when it comes to cakes and pies. So why waste, and not share the creampie?“

TIM Cook, CEO von APPLE, INC.

Vorstellbar, so Tim Cook, wären Applepie TV, oder Creampie TV, mit dem man das eher marginale Angebot vom bisherigen Apple TV+ aufstocken könnte.

Es wird also ein spannender Kampf und erneut die Frage, wer beim Ringen um mehr Abonnenten die Nase vorne und die Hände in des Zuschauers Portmonee hat.

Als Nutzer sieht man sich wie beim herkömmlichen Streaming von Musik und normalen TV-Inhalten erneut mit einem riesigen, langen und harten Angebot konfrontiert. Wer also bei welchem Anbieter demnächst sein wird, sieht man bald bei einer Freundschaftsanfrage, im öffentlichen Profil oder einer Einladung zum Binge-Watching mit einhundert anderen.

ap;

Bildquellen:

  • Das Nutflix-Logo – Selbst gemacht (darum schaut’s so schief aus)
  • Die Kamera – Photo by Bruno Massao on Pexels.com
  • Das Schachspiel – Photo by Syed Hasan Mehdi on Pexels.com
  • InPrivate-Screenshot – Selbst gemacht (ohne ihn zu nutzen)
  • Der warme Apfelkuchen – Photo by Skyler Ewing on Pexels.com