Wenn die Sau noch aus der Semmel quiekt, der Bayer das von Herzen liebt

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Frühstück und/oder Zwischensnack.
Schon zum Frühstück hau’n wir sowas weg, ist ja schließlich nur ein Snack.

Menschen. Menschen lieben Essen. Ein Bayer hingegen? Ein Bayer ist Essen. Wir in Bayern, also örtlich gesehen hintersten letzten Teil von Deutschland und intellektuell gesehen unterniedersten Sektor dieses Sonnensystems, sind die Definition von … ja, ein normaler Mensch würde sicherlich einen verharmlosenden Begriff wie Essen, schalkhaft auch Völlerei verwenden oder gar in etwas hochstechendere sprachliche Gefielde der Wortschätze reisen und den Ausdruck Nahrungszufuhr verwenden.

Aber um es gerechterweise in passende, unverblümende Worte zu kleiden: Wir Bayer fressen und saufen hier wie die verdammten Scheunendrescher.

Dieses Faktum mag sich nicht unbedingt darin begründet sehen, dass wir wie früher unsere noch behaarteren Vorfahren so unglaublich schwer am Arbeiten sind. Nein. Wir fressen und saufen einfach so viel, weil wir so viel fressen und saufen. Wir brauchen keine Begründung. Zu behaupten, dass ein ordentlicher Bayer nur eine Ausrede sucht, um zu trinken, ist schlichtweg falsch. Es braucht für ihn keine Ausrede, um zu trinken. Es braucht nur eine Halbe. Wir tun eben, was wir gut können, und das machen wir nicht nur prächtig, wir brillieren darin! Und das schon seit Degenerationen – vom einstigen Urbauern Sepp senior an seinen Sohn Sepp weitergegeben, bis dieser dieses fettleibige Stück Fresstradition wieder zu seinem Sohn Sepp und dessen Söhnessöhnen Sepp, Sepp und Sepp weitergegeben hat. Denn jeder weiß: Sepp, Sepp, Sepp, jeder Depp heißt Manfred.

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Und weil der Bayer nicht gern lange hadert, er den Fremden gleich komplett zulabert

Hauptsache sich nicht von seinem Standpunkt abbringen lassen, eh?

Da ist der Alexander nach einem zarten Beintraining noch kurz in der Sauna der lokalen Eisenschmiede, um sein Hüftgold eine Viertelstunde lang auf knapp neunzig Grad durchzudünsten. Er ist soweit alleine in der Sauna, als eine Gruppe Englischsprechender hereinkommt. Sicherlich Urlauber, wie die erste Vermutung nahelegt.

Keine Minute darauf kommt ein Ansäßiger herein, klatscht sein Handtuch neben dem ersten Engländer auf die Bank und sagt zu ihm in schönem gemütlichen Bayerisch, als wäre es sein urigster Kumpel und Busenfreund: „Mei, so was aber auch, da war vorher so a Gruppe Engländer bei der Theke und ich konnte kein Wort mit denen reden. Sprechen ja kein Deutsch! Mei wenn ich das gewüsst hätte! Dann hätte ich die davor gar nicht angeredet, sowas depperts aber auch!“

„Eh, I’m sorry, I don’t speak German!“ entgegnet ihm der Erste, nachdem der erste Satz des Bayern schon eine peinliche Stille verbreitete.

„Jaja, das ist es ja! Die konnten überhaupt kein Deutsch!“, fährt der Bayer unbeeindruckt wie unbeirrt seine Argumentation weiter und textet den Engländer komplett von oben nach unten zu. Ich glaube der Engländer hätte ein Südafrikaner sein können und mit Klicklauten der Xhosa-Sprache antworten können, es hätte nicht interessiert.

Für mich als stillen Beobachter hielt sich die Waage sehr standhaft zwischen dem Mitleid für den Engländer und dem Fremdschämen für den Bayer. Aber durchaus amüsant. 😀

Sie vermutete daher auf die Schnelle, dass ich stehe auf Transsexuelle

In gewissen Situationen sollte man großen Wert auf die Aussprache legen – besonders, wenn es sich um Eigennamen, Firmennamen, Menschennamen und allgemein Wörter handelt, die auch nur ansatzweise ähnlich zu anderen klingen können. Oder eben deswegen eben in der Lage sind, eine falsche Assoziation herzustellen.

Natürlich weiß man dies niemals vorher, und wenn man bemerkt, dass man gerade voll in die peinliche Situation reingerasselt ist, ist es meistens ohnehin schon zu spät.

Als ich eines Tages mit zwei Freundinnen in einer italienischen Lokalität zugegen war, um entsprechende Speisen zu mir zu nehmen, ging das Gesprächsthema irgendwann Richtung Internet; besser gesagt Thema eMail, eMail schreiben, eMail-Anbieter und so weiter. Mein Gegenüber meinte, bei einem damals schon schlechten Urrelikt dieser Fraktion vertreten zu sein, was ich sofort als Humbug abtat. Eben weil ich es im 21sten Jahrhundert für etwas prästeinzeitlich halte, nur zwölf Megabyte an Speicher für den eMail-Speicher anzubieten.

Nun wurde unsere Unterhaltung wurde kurz unterbrochen, weil die Bedienung kam und unser bestelltes Essen (ja welches auch sonst) brachte.

Die Konversation wurde nach wenigen Minuten meinerseits zwischen zwei Bissen fortgeführt, als ich meinte, Gmail (Googlemail) wäre meine bevorzugte Wahl in jeder Hinsicht. Das Angebot, die Anwendbarkeit, all die Möglichkeiten, die es bietet und vor allem die einfache Bedienung („man kann es einfach hernehmen, wie man will“) wären vor allem sehr große Bonuspunkte. Habe ich schon jedem empfohlen, zu probieren, und jeder war begeistert. In keinster Weise würde ich diese Erfahrung bereuen.

Während ich also so mein persönliches, sehr positives Feedback bezüglich Gmail abgebe, bemerke ich eine leichte Veränderung in den Gesichtszügen der Frau mir gegenüber. Ich gedenke sogar, die Spur leichter Anwiderung darin zu sehen. Natürlich frage ich nach, ob etwas geschehen ist, oder was der Grund für dieses Gesicht ist.

Sie: „Shemale? Du stehst auf Shemales?“

Mein Gehirn: *processing…*

Mein Gehirn: *eine minute zurückspul und erinner, was gesagt hab, nun aber mit „Shemale“ im Kontext statt „Gmail“*
… all die Möglichkeiten, die es bietet …
… auch habe ich es schon anderen empfohlen, mal zu probieren …
… ich wolle gar nichts anderes mehr …
… ich würde nichts bereuen …

Ich: *klick* Oh…

Ahaaaaa, da machte es *bing*. Gmail. Shemale. Der Grad an Ähnlichkeit ist an Dreistigkeit ja auch wohl kaum zu überbieten. Und als ich mein Review revue im Geiste passieren ließ, fiel nicht der Groschen, sondern ein ganzer Banktresor.

Daher bitte immer aufpassen.