Und jeder hier wird gut gepflegt, erst an die Wand gestellt, dann umgelegt

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Eigentlich braucht man den Post hier gar nicht ganz lesen, weil das komplette kreative Potenzial bereits für die Überschrift draufgegangen ist. Außer natürlich man besitzt die mit Dreistigkeit gepaarte Langeweile, weiterzulesen. Dann aber meine Garantie, dass es nur schlechter und billiger wird. Aber man ist es von der Bratwurst ja nicht anders gewöhnt, eh?

Dennoch. So ein sinnloses Talent für die Sprache kann schon manchmal Vorteile haben. Zwar keine finanziellen, existenziellen oder anderweitig ansatzweise Brauchbaren, dafür kann man aber zumindest Eines immer verdammt gut: Dumm daherreden. Und würde ich für jedes schlechte Wortspiel und jeden einzelnen Wortdreher neben den verständnislosen Blicken auch nur einen einzigen Cent bekommen, ich könnte mir nicht einmal den Honig für mein Käsebrot kaufen. Weil ich da schließlich viele schlechte Witze machen müsste, und selbst einhundert Stück nur knapp ein Euro sind und das nicht einmal für den Honig reicht. Also. Was soll schon die Rechnerei.

Da ist es wie mit vielen Dingen bei mir, von zwei linken fleischigen Händen (alles Daumen) bis hin zum dummen Geschau. Bringt nicht viel, habe ich aber. Zumindest kann ich mich wie ein Level-91-Grammarnazi auf jeden Rechtschreibfehler stürzen und dem anderen jede Silbe im Mund umdrehen, alles zweideutig sehen und so interpretieren, dass es mir selbst passt und die Langeweile in meinen Geist für eine Nanosekunde vertreibt. Vorteil für mich oder irgendwem: Keiner. Nachteil für die anderen: Mein dämliches Mundwerk muss man nach meinem Tod extra mit der Rohrzange erschlagen.

Unangebracht für Humantransport, wenngleich der Aufgabe dienlich: Schubkarre.

Wie komme ich also dazu, diesen Post zu verfassen? Nun, bei einer damals ausgeführten Arbeitsstelle war ich unter anderem für den Transport von lebendigen Menschen zuständig. Manchmal wurde ich sogar dafür bezahlt, selbst wenn mancher Angehörige dabei einen zarten Kick in die Kronjuwelen abbekommen hat. Im Detail bestand mein Tätigkeitsbereich darin, die Fracht liegend oder im Rollstuhl sitzend von zuhause abzuholen und in das Krankenhaus oder in die Arztpraxis zu bringen.

Freilich kann man dann nicht einfach wie mit einer Schubkarre in die Praxis reinfahren, Patienten wie eine Ladung Heu auf Boden abwerfen und wieder fahren. Nein. Denn das schmälert nicht nur das Trinkgeld, das degradiert auch etwas das Image meines geschätzten Arbeitgebers. Somit muss man erst anmelden und erfragen, wo man denn Herrn oder die Frau platzieren darf und soll. Und nachdem ich nun fünf sinnlose Absätze geschrieben habe, komme ich flugs zum Eigentlichen:

„Wo soll denn der Herr X hinkommen? In den Behandlungsraum oder ins Bett?“
„Könnt ihr den Herrn X bitte gleich auf das Bett umlegen?“
„Ok, dann legen wir ihn um.“
Siehe auch die Zweitvariante: „Ok, dann machen wir ins Bett.“

„Wo sollen wir den Herrn X mit dem Rollstuhl hinstellen? Ins Wartezimmer?“
„Nein, es reicht, wenn ihr ihn nur in den zweiten Wartebereich zur Wand stellt.“
„Ok, dann stellen wir ihn an die Wand.“

„In welches Zimmer sollen wir den Herrn X bringen?“
„In Zimmer Zwei, das ist am Ende des Ganges links.“
„Ok, dann bringen wir ihn um die Ecke.“

„Herr X lässt fragen ob es für die Behandlung notwendig, dass er liegt oder ob er sitzenbleiben kann.“
„Nein, bitte legt ihn auf die Liege, das Kopfteil muss ganz flach sein.“
„Ok, dann legen wir ihn flach.“

Bildquelle:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AModerne_Schubkarre.jpg,
By User:MarkusHagenlocher (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

Und mit dem Anlaufen der Futterfräse startete auch des Höllenschlunds Gebläse

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Öh, das Thema ist wieder mal Fressen. Wer hätte das gedacht? Jeder? Gut. Weiterlesen, Bratwurstling! Ein Abenteuer erwartet Dich!

Manchmal geht es in der Arbeit von der Zeit und vom Arbeitspensum aus, dass man sich in der Kantine dieser einen Einrichtung gediegen was in die Fressaufnahme zimmert – und das noch für einen sehr annehmbaren Preis. Die Portionen sind sättigend, die Eimersalate sehen sogar wie Salate aus, die vorgekochten Fertiggerichte bleiben dauerhaft im Magen und verlassen ihn auch wieder auf dem herkömmlichen Wege. Ein Dreiergespann aus Gründen, es immer wieder anzugehen.

So auch an diesem Tag.

Vereinzelt kommt es hingegen vor, dass die Kantine gut besucht ist – entweder, weil sie neben mir wieder alle anderen Verfressenen ausgelassen haben oder besondere Gerichte auf der Karte stehen. Braten, Wild oder alles andere, was der niedere Mistbauer in dieser Gegend hier kennt und mag, auch wenn er es nicht buchstabieren, dafür in seine zahnlücklige Bauernfresse schieben kann. Manchmal isst man dort schließlich so gut wie in einem Restaurant, und das für einen Bruchteil des Preises. Dafür geht es erwähnterweise manchmal ziemlich zu, so dass man froh sein muss, noch einen Platz ergattern zu können.

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Und bei jedem Wiederholen, mussten alle kräftig lolen

Titten! So, Aufmerksamkeit erfolgreich hergestellt, weiterlesen!

Auch nicht ganz unvergesslich, wenn man einen leicht dementen Herrn im Rollstuhl durch das Krankenhaus schiebt. An und für sich nicht sooo spannend und nennenswert. Dem Voraus ging jedoch ein Gespräch während der Hinfahrt. Dabei ging es unter anderem um das Thema, mit welcher Arbeit er seine Lebenszeit beschritten hat.

Als Glasbläser in der Glashütte war er lange tätig, wie sich herausstellte. Hier bei uns unterniedersten und hinterletzten Niederbayernmenschen, die es mit der, nun, sagen wir kommunikationstechnischen Qualität fast schon mit keilenden Rottweilern aufnehmen können, auch nur als d’Hittn bekannt. Gut also, wenn genau dann dieses Wörtchen als einziges wie bei einer Schallplatte einen kleiner Hänger hat und von ihm dauerwiederholt wird.

Ohne Kontext und für Außenstehende war es dann natürlich „Titten. Titten. Titten.“ was er stets in nicht minderer Lautstärke von sich gab, als wir die plötzlich seeehr langen Flure entlang fuhren 😀

Ich gedenke und bin mir sicher, auch einmal so zu enden, wenn ich alt bin. Ganz sicher.

Nur, dass es bei mir halt nicht unbedingt mit einer Glashütte zu tun haben wird. 😀 Selbst dann, wenn ich in einem Haus mit vielen Toiletten wohnen sollte.