Von wegen „Fragen kostet nichts“ – Neuer Kostenkatalog kippt Regel

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Es war ein gewöhnlicher Tag für Mathilde Grunzbichler aus Oberunterhinterhausen. Ein Donnerstag, an dem sie ihren bald ablaufenden Personalausweis verlängern wollte. Nicht schlecht staunte sie dafür, als sie die Sachbearbeiterin fragte, ob sie dafür das alte, zu ändernde Dokument benötige.

Denn anstatt eine Antwort zu bekommen, stand die Dame hinter dem Tresen wortlos auf, holte aus und legte Grunzbichler die von Schwielen bewucherte Hand mit großem Schwung ins Gesicht. Nachdem Grunzbichler ihre Brille wieder zurechtrückte und die Sachbearbeiterin darauf aufmerksam machen wollte, was das denn solle, zeigte diese nur auf ein Schild.

„Fragen ab sofort kostenpflichtig. Dumme Fragen werden sofort sanktioniert. Bitte Kostenkatalog beachten!“

„Und deshalb bekam ich eine geballert?“, fragte Grunzbichler, da sie es nicht glauben konnte. „Freilich“, sagte der Kollege der Sachbearbeiterin, der gerade auch ins Büro kam, und verabreichte ihr eine Kopfnuss. „Und dumme Fragen kosten erst recht. Gesundheit und Geld.“

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Aufgrund Notwendigkeit: Deutschland führt Faustrecht ein

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Wer hat recht? Die Rechte. Oder die Linke. Was halt (zu)trifft. (Photo by Luis Quintero on Pexels.com)

Viele Situationen, noch mehr Konfrontationen

Jeder ist wohl schon einmal in einer solchen Situation gewesen, ob beim Einkaufen an der Gemüsetheke, auf der Arbeit, an der Kinokasse oder beim Spaziergang. Man wird bedrängt, beleidigt, gar gemobbt, vor versammelter Runde und in aller Öffentlichkeit diffamiert oder bekommt einen stummen Mittelfinger und die Zunge gezeigt. Was kann man machen?

An Ort und Stelle relativ wenig. Den langen rechtlichen Weg zu gehen ist oft mühsam und zehrt nicht nur finanzielle Ressourcen auf. Kurzum: man ist machtlos.

Es folgen Unmut, Wut, gar eine Depression. Eine der am meisten unterschätzten Diagnosen, die von vielen belächelt wird, da man sie selten jemanden ansieht. Was dazukommt, sind also noch mehr Konfrontationen, laue Sprüche und Beleidigungen. Von wegen Depressionen gäbe es nicht, man solle sich zusammenreißen, ein Mann sein, sich nicht so anstellen oder andere Empfehlungen.

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Sparsamkeit ist eine Zier, darum rotz ich auf die Scheibe dir

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So, Lungentorpedo laden und hochziehen!
So, Lungentorpedo laden und hochziehen!

Du weißt, dass jemand als Kind die Sparsamkeit wahrscheinlich mit sauber knallenden Genick-watschen und ament ein, zwei Kinnhaken eingebleut bekommen hat, wenn du mit jemandem mitfährst und dieser jemand regelmäßig am Rastplatz hält, um das plattgeflunderte Fliegengetier von der Windschutzscheibe mit Spucke und Taschentuch wegzurubbeln.

Die Frage, warum nicht einfach die vorgesehene Vorrichtung namens Scheibenwischer verwendet wird, wurde mit der Antwort gekontert, da dabei ja Scheibenwasser verbraucht werden würde. Zudem würde es eh bald regnen und bei der letzten Inspektion vor einem Monat wurde das Auto ohnehin gewaschen.

Mit Rotz zum Trotz, denn mit Saliva putzt es sich bekanntlich wunderbar. Aber so sind sie, die Alten, die Senilen, die Geizkragen und die Pfennigfuchser. Zudem: Wer kennt nicht den alten Schlager von Speier Sturzflug, in welchem eine Zeile unter anderem „Ja ja jetzt wird wieder auf die Scheibe gespuckt“ lautet? Oder auch der Klassiker „Eine neue Fliege ist wie ein neues Kleben“? Unvergessen wie Muttis Spuckreinigungsmittel, wenn man als Kind dreckig war. All dies bleibt unvergessen wie das rotzende, rubbelnde und quietschende Erlebnis, welchem ich im Fünf-Minuten-Takt beiwohnen durfte.

Bildquelle:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AAlfa_Romeo_Montreal_(9270819085).jpg, von Vetatur Fumare (Alfa Romeo Montreal) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)%5D, via Wikimedia Commons