Auf das alles, was dem Menschen bleibe, der Gram sei und die Langeweile

Schon oft hatte ich geplant, eine Liste mit denjenigen Menschen und nervigen Dummindividuen zu machen, die mir am mächtigsten auf den Zylinder brunzen. Irgendwann hat sich herausgestellt, dass es relativ viele sind und ein einzelner Post beileibe nicht mehr genügt. Während ich vor längerer Zeit bereits für die typischen Fitnessstudio-Besucher und Verkehrsteilnehmer sowie für die Seniorchefin-Drachen einen Post erstellt habe, gibt es nun einen weiteren Post.

Genauer gesagt handelt dieser Post sogar von zwei Sonderposten der Gesellschaft: Dem Frührentner und dem Permanentgelangweilten. Wobei diese beide Kategorien oftmals so nahe beieinanderliegen, dass sie im Grunde schon zueinandergehören und sich dabei wenig nur genieren, sich heftigst auch zu penetrieren. Freilich gibt es auch recht chillige Artgenossen der knapp Hundertjährigen. In diesem Post ist aber insbesondere von den älteren Herrschaften die Rede, die im Grunde schon seit zwei Dekaden tot sind, es aber nicht einsehen wollen. Diejenigen Individuen, die ihre restlichen Tage nicht einfach genießen können, sondern ihr durch Langeweile bestimmtes Dasein auf Bänken und in S- und U-Bahnen fristen und sich über alles und jeden aufregen und alles anpöbeln, was atmet und in den Wirkungskreis ihrer kataraktgetrübten Linsen kommt. Und dabei noch denken, dass sie eine Extraportion Respekt verdient haben, nur weil sie alt sind.

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Inoffizieller Knigge für alle Verkehrsteilnehmer (Denn es herrschte selten bis noch nie, im Verkehr so viel Anarchie)

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Herzlich Willkommen beim brummbrummquietsch’en offiziellen, inoffiziellen Knigge für jedermann und jeden einzelnen Teilnehmer im Straßenverkehr! Für die nicht nur technisch Unversierten und im korrekten Verhalten Vollkastrierten, sondern auch für diejenigen, die sich optimal im Verkehr benehmen wollen.

Verkehr, Verkehr, und es wird immer mehr.
Verkehr, Verkehr, Verkehr, viel zu viel und immer mehr.

Bevor Sie also versuchen, sich selbst, Ihr Ego und Ihr Fahrzeug in den Straßenverkehr einzupflegen, sollten Sie sich bitte kurz etwas Zeit nehmen, folgendes Regelwerk zu beherzigen. Die Reihenfolge der aufgelisteten Punkte ist nicht von Wichtigkeit, aus welchem Grund Sie allen Punkten gleiche Aufmerksamkeit zukommen lassen sollten. Insofern zutreffend und nach Möglichkeit, versteht sich. Schließlich versucht jeder, seinen Teil zum Straßenverkehr beizutragen. Und jeder gibt sein Bestes. Suchen Sie sich daher das für Sie Zusprechende heraus und handeln Sie in diesem Krieg nach bestem Wissen und Können.

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Und nun das Unwichtigste in 60 Sekunden, sich wiederholend alle Stunden

„…und das war das Wichtigste in 60 Sekunden.“ – Mancher Radiosender beendet mit diesen oder ähnlichen Worten das sich im Stundentakt wiederholende dämliche Zwischendurchnachrichtengelaber zur halben Stunde, weil es ja nur Nachrichten zur vollen Stunde gibt und dazwischen die ganze Kacke erneut hundert Mal aufgewärmt und vierzehn Mal durchgerotzt wird, bis auch der hinterletzte Dorfdepp noch seinen nichtigen Senf dazugegeben hat. Ich mein, was würde man sonst schon machen als Radiosender? Musik spielen? Geht ja mal gar nicht!

Doch, was kam, weil wir schon davon reden? Unter Anderem eine Schülerin, welcher nicht die Kosten für den Schulweg erstattet werden, weil sie ja in eine Schule ihrer Nähe gehen könnte. Da aber gibt es Schuluniformen, welche das Mädchen nicht tragen will.

Ja. Absolut. Ist definitiv das Wichtigste, was ich unbedingt wissen musste. Wahrlich, ich möchte sogar so weit gehen und behaupten, dass ich mich mit jeder dieser 60, 90 oder wie viel Sekunden auch immer einen Schritt näher an der Omniszienz fühle und eine gewisse höhere Erleuchtung und inneren Wissensreichtum verspüre. Könnte mir andererseits, wenn ich recht überlege, auch kaum vorstellen, dass sonst was Großartiges in der Zwischenzeit in der Welt geschehen ist. Bei den gerade Mal sechs Milliarden Individuen auf den paar Kontinenten sind nicht erstatte Schulwegkosten schließlich ein Anliegen globalen Charakters.

Und vor allem, was kommt als Nächstes? „Nach Angaben des Magazins [Name] ist Herrn Josef S. aus Hinderdupfing heute Morgen aufgrund falscher Handhabung beim Scheißen die Klorolle in hohem Bogen aus dem Halter geflogen und quer durch das Bad in die danebenliegende Küche davongerollt. Trotz lauter Hilferufe gelang es S nicht, seine Frau zu rufen, da diese zu diesem Zeitpunkt selbst beim Scheißen war – und zwar beim Nachbarn nebenan, um Wasser zu sparen. Schließlich aber konnte sich der rüstige Rentner überwinden und holte watschelnd die flüchtende Rolle ein. Wie Josef S dies gelungen ist, wie seine Unterhose jetzt aussieht, wie er mit einem kleinen Trick unzählige Liter Wasser im Jahr spart und den Rest dieser einfach un-GLAUB-lichen Geschichte hören Sie heute, kurz nach Eins, auf unserem verschissenen, dauerlabernden Kacksender.“