Also ist seither die Wurzel allen Bösen, einzig nur der 500-Euro-Schein gewesen

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Soso, dann will man also den 500-Euro-Schein bis Ende 2018 abschaffen, um der Kriminalität Einhalt zu gebieten.

Das finde ich schon etwas schade. Es ist ja fast so, als hätten es diese Lausbuben ganz oben gewusst, dass genau da die Achillesferse aller Kriminalität liegt. Man könnte es direkt schon als Vernichtungsschlag gegen alles Böse definieren. Sofort, als ich von dieser Nachricht erfahren habe, erkundigte ich mich beim Waffendealer meines Vertrauens, ob dies denn wirklich das Ende bedeutete. Leider konnte er diese Hiobsbotschaft nur bestätigen. Schließlich dürfen seit Einführung des Euro Sturmgewehre, Sprengkörper, schwere Artillerie, Munition aller Art ausschließlich gegen Barzahlung in 500-Euro-Scheinen ausgegeben werden. Selbiges gilt für erbrachte Dienstleistungen wie Entführung, Auftragsmord und Gründung oder finanzielle Unterstützung einer Diktatur.

Mit allem anderen, was bumms macht, nur noch bis 2018 erhältlich: Die AK47.

Und was wäre, wenn jemand nur eine kleine Splittergranate für knappe fünf Euro Euro oder ein Zehnerpack Tretminen gebraucht hätte? Daraufhin hieß es nur, dass man ja irgendwie und irgendwo das Geld verdienen müsste.

Ganz im eigenen Interesse wollte ich noch wissen, ob ich die AK47 denn zukünftig nicht mit zwei 200-Euro-Scheinen und einem 100-Euro-Schein oder mit zwei Auftragsmorden bezahlen könnte. Doch selbst hier würden die allgemein gültigen Geschäftsbedingungen greifen. Somit endet alles in einer Sackgasse, wie es scheint.

Tja. Was soll man da noch sagen.

Das war’s dann halt mit dem Terrorismus und meiner AK47. Kleiner Wermutstropfen: Der Beschluss wird erst Ende 2018 durchgeführt sein, aus welchem Grund man noch ausreichend Zeit haben sollte, den Ford Punto durch einen nagelneuen Panzer auszutauschen, sich die neuesten, lasergesteurten Flugzeugabwehrgeschütze direkt vor Ort zu installieren und einen ausreichend großen Minenteppich legen zu lassen.

Bildquelle:
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:AK-47_type_II_Part_DM-ST-89-01131.jpg

Denn im Krieg sollte man sich auch nicht genieren, mit Nachdruck alles zuzubetonieren

Als ich letztens früh im Einkaufszentrum unserer Stadt die Toilette verließ, hielt ich die Tür für einen älteren Herrn auf, den ich kenne. »Guten Morgen!«, begrüßte ich ihn freundlich, während wir uns passierten und er im Vorbeigehen mit einem unbeschreiblich wissenden Grinsen erwiderte: »Oh ja, den werde ich gleich haben.«

Ich will ja nicht übertreiben hier (nein wahrlich nicht!), aber seinem Gesichtsausdruck nach zufolge hatte der noch Großes, und ich meine wirklich Großes vor. Da stand kein einfaches Vorhaben mehr an, nein, nein, liebe Gefolgsleute. Dieser gute Mann zog in den letzten Krieg. Und lasst Euch gesagt sein, der Sieg strahlte mir bereits da aus seinen Augen entgegen.

Dies würde ein innerer Krieg werden, für welchen er alle Register ziehen und schwerste Geschütze ausfahren würde. Und als sich die Türe letztlich hinter mir langsam schloss und er noch im nächsten Moment damit begann, den Thron ein letztes Mal für dieses Ultima ratio zu besteigen, da wusste ich, dass ein neues Kapitel geschrieben werden würde.

Ganz ehrlich? Von einem normalen Geschäft im Sinne von Zubetonieren, den Fliegerhorst neu zu zimmern oder kräftig Massivzupflastern konnte hier gar keine Rede mehr sein. Dass, was dort anschließend im Gange war, zu geschehen, besaß schon eine Dimension, deren bildhafte Beschreibung in Worten jegliche zumutbare Härte übertreffen würde.

Und ich denke nicht, dass er sich an die Gebrauchsanweisung gehalten hat. Oder es war mal wieder dieser eine Tag.

Standard oder Express für die Pakete, oder gleich reingepfeffert wie Rakete?

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INCOMING!

Pakete? Rakete!

Pakete? Rakete!

Lieber verantwortlicher Artillerieschütze des Feldhaubitzenbataillons 44 Mitarbeiter des zuständigen Paketzustellungsdienstes,

vielen herzlichen Dank für Ihre wunderbare Arbeit, die Sie tagtäglich leisten und Ihr Engagement, welches Sie einbringen und an den Tag legen. Wie man unschwer erkennen kann, hat sich die unmittelbar nach dem Kindergarten beginnende Paketzustellungsschule sehr bezahlt gemacht und sich auch direkt auf Ihren gewählten Job ausgewirkt.

Vielleicht hätten Sie aber trotzdem zumindest das erste Grundschuljahr beginnen sollen, um gewisse wichtige Grundfertigkeiten in Ihr Repertoire aus Fähigkeiten aufzunehmen. Somit hätten Sie mitunter die kognitive Fähigkeit des Lesens vermittelt bekommen. Womöglich hätten Sie dann sogar die bunten Letter auf gewissen Paketen auch direkt identifizieren und als Nachrichten / Mitteilungen erkennen können. Vielleicht wären Sie auch davon abgegangen, nicht jedes Paket in einen Briefkasten zu stopfen, als wäre es nicht nur die Füllung eines Festtagtruthhans, sondern die Treibladung einer Feldhaubitze des frühen 19ten Jahrhunderts.

Aber gut, ich übe Nachsicht, schließlich kann jedem einmal so ein kleiner Fauxpas unterlaufen. So ist das eben, wenn man nur bis Zwei zählen kann und klatschend auf einem Bein im Kreis springen als Hobby hat. Zudem ist es nicht unbedingt Ihre Schuld – schließlich hätte sich der Absender redlich mehr Mühe geben können, besagtes Päckchen mit fragilem Inhalt mit „Zerbrechlich“ zu markieren. Indem er zum Beispiel bei der Auslieferung persönlich dabei gewesen wäre und mit einem Megafon „Achtung, zerbrechlich!“ in Dauerschleife gerufen hätte.

Für die Zukunft bitte ich Sie, kommende Päckchen in das Treppenhaus zu legen oder einfach wieder mitzunehmen. Oder sich selbst in der Sondermülltonne zu entsorgen. Falls Sie sich erneut dazu entscheiden sollten, mein Paket mit einem Vorschlaghammer postfachpassend abzuliefern und dermaßen zu vergewaltigen, werde ich sie via Expresslieferung in die Heliosphere schießen. (Ja, das ist weiter weg als „zwei“.)