Als Totale Erinnerung verewigte ich mich im Kino, als er mir entfleuchte wie ein Rhino

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Es ist zwar schon etwas länger her, aber ich erinnere mich noch daran, als wäre es schon einige Zeit her. Was war geschehen? Nicht viel. Warum ist es geschehen? Man weiß es nicht! Vielleicht hatte ich an diesem Tag nur schlechtes Timing. Vielleicht war es auch wie jeder andere Tag als Jahresabonnent der Arschkarte in Gold. Doch wie es mit allem Peinlichen ist, was einem so geschieht, es verjährt nicht. Selbst im hohen Greisenalter muss man noch kräftig darüber lachen, bis man erstens es und zweitens sich selbst nicht mehr auf dem Stuhl halten kann. Dem nicht genug, werden auch die Enkelkinder noch ihren Spaß haben.

Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass etwas Peinliches nicht in Vergessenheit gerät. Besäße ich Ballast wie Ehre, Etikette oder andere unnötige Dinge wie gesunden Menschenverstand und ein zartes Pfündchen Zunder in der Birne, würde ich es für mich behalten. Zeitgleich etwaige Zeugen zum Schweigen bringen und das Erlebnis nie wieder erwähnen. Vielleicht sogar auswandern. Aber da ich neben ohne schon abgestorbenen Emotionen auch für diese Dinge keinen Platz mehr in meinem Spektrum an dem so genannten Scheissendreck habe, verfasse ich sogar einen Post darüber.

Wäre ja ein Unding, eine Chance zu vergeuden, ein oder zwei Menschen da draußen zum Schmunzeln zu bringen. Und wie mein Lehrer immer so schön gesagt hat, kurz bevor er mir wieder mal mit der Rückhand die Brille vom unterbelichteten Bunker geschossen hat: Halt die verdammte Fresse wenn du keine Ahnung hast, du scheißdämlicher Mistkrüppel!

Aber da ich hier zumindest ein bisschen Ahnung habe, geht es auch gleich los.

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Weil erst mit selbstgestrickten Socken Badelatschen richtig rocken

Meinetwegen kann ja jeder anziehen, was er will. Oder ausziehen, was er will. Ist mir relativ wurst. Aber wenn man so manche elitäre Level-55-Grattler umherstreifen sieht, möchte man sofort mit „Fremdschämen 400“ weitermachen, die Frage „Ooooida, wie fertig kann man sein?“ fragen und die Sittenpolizei holen.

Denn ja. Manchmal tut es wahrlich so weh, dass es dem guten Geschmack höchstpersönlich die Hornhautverkrümmung wegdampft.

Freilich ist es unangenehm, ein paar Pfunde, Röllchen oder ganze Kanister an, in und um die Bauchgegend zu viel zu haben. Ihr kennt das. Ich kenne das. Jeder kennt das. Aber deshalb gibt’s auch Kleidung in meiner Größe. Oder Maßnahmen, die man ergreifen kann. Und wenns auch nur ein einfacher Leinensack vom Kartoffellager, Mutters Vorhänge oder auch der Bequemlichkeit halber die zugeschissene Bettwäsche vom Nachbarn ist, die er eigentlich in die Müllverbrennungsanlage fahren wollte. Doch spätestens dann, wenn dem Herrn der Schöpfung so a fünf Zentimeter langes Wampenschwarterl beim Gehen rausploppt und dann lustig hin- und herbaumelt, weil das M-Shirt doch überraschenderweise zu klein war und nur knapp bis über den Bauchnabel gereicht hat, sollte man etwas ändern.

Und nein, diese Veränderung geht nicht unbedingt damit vonstatten, indem ich meinen Einkaufskorb mit Cola, Bier, Fertigprodukten und Süßigkeiten vollade. Und wenn man bemerkt, dass man unter dem Bauch einen weiteren Bauch besitzt (wie heißt das Ding eigentlich, Zweitwampe, Unterbauch, Backup-Darmlader, Reservebaumler, Erstbauchhalter?) sollte man es ament vermeiden, erstens gestreifte und zweitens hautenge Kleidung zu tragen.

Ehrlich gesagt dachte ich schon, ich würde diesen Post niemals vollenden können. Erstens fehlte eine richtige Tagline und zweitens das i-Tüpfelchen, welches diesem Post die Würze senkrecht durch die Decke flakken würde. Doch, man lobe die Kausalität der Grausalität, die wie ein Fluch die Krallen in mich geschlagen hat und nicht mehr loslässt.

Und ich würde mich auch bis heute nicht als Sittenpolizist bezeichnen oder als jemanden, der eine andere Person nach dem Äußeren beurteilt. Wirklich nicht. Aber wenn ich wie heute jemandem im Kino sehe, der selbstgestrickte quietschbunte Socken und dazu ausgeleierte Badelatschen trägt, DANN BRENNT MIR HIER DER WIRSING GLEICH AUF HALBMAST, VERDAMMTE KACKE.

Und es war ihm wohl so blunsn wie die Haare seiner Grunsn

Vorab und für welche, die nicht damit verdammt sind, im niedersten niedrigen Niederbayern zu wohnen und keinen Wortschatz wie ein Rottweiler besitzen: „etwas blunsn sein“ bedeutet „egal sein“ und „Grunsn“ ist die „crena ani / Ritze“. Aber keine Sorge, der Post geht diesbezüglich nicht weiter ins Detail. Dafür sinkt das Humorniveau in die nächste tiefe Spalte.

Also auch ein ganz kleines bissale pfui und sich auf der Rangliste der Bähigkeit knapp über dem Nasenborher platzierend, der sich an der Ampel mit seinem Finger im Löschhorn auf archaeologische Tiefengrabung begab und sein glibbriges Fundstück nach sekundenlanger Inspizierung wieder seinem Organismus auf dem oralen Wege zugeführt hatte, dürfte der Kassierer sein, den ich letztens hatte und bestaunen durfte.

Ich mein, während er darauf wartet, dass die dämliche Omakuh ihre 41 Taler kreuzerweise aus ihrem zerfetzten Portemonnaie der frühen 1820er Jahre sucht und auf den Tisch legt, bemerkt er abtasend mit der Zunge, dass das gepfefferte Saurierschnitzel von heute mittag noch zu knappen 74 Prozent in den Zwischenräumen der bezahnten Futterluke hängt.

Was er mit seiner Zunge begann, konnte er nicht mit derselbigen zu Ende führen. Daher versuchte er dann eben mit den Fingern nachzuhelfen. Es wird gehebelt, hantiert und gestochert, ehe er auch wirklich ein Ministückchen Fleisch zu Tage befördert. Welches er zuerst überlegend ansieht, um es dann zu verspeisen.

Pfui gack nein, welch ein Schwein. *grunz* Und das ist der Moment, wo es einem vor Ekel ruhig mal schütteln darf.

Natürlich, ja, es ist freilich jedem seine Sache. Jeder macht das. Und wer sagt das nicht, der lügt. Aber während in diesem gut besuchten Geschäft inkludierend mich selbst an der Kasse sechs Leute warten, bis die 170jährige ihr Geld abgezählt hat, ist bestimmt nicht der Augenblick, in welchem man so etwas machen kann.

Garantiert, dem wenn im Kino in der ersten Reihe die haarige Arschgrunsn zu jucken beginnt, steht er bestimmt auch auf und kratzt sich ganz ungeniert, bis die Schuppen dem Nebenmann in die Haare fliegen. *schrubb-schrubb-schrubb*