In Bayern gibt es halt kein Zügeln, sondern einzig sich mit Bier wegbügeln

Da geht man gemütlich um halb sieben Uhr morgens zur Arbeit, als einem aus dem nächsten Hauseingang zwei Individuen entgegentorkeln.

Ohne, dass ich auch nur ein einziges verlalltes Wort verstehe, welches der Erste seinem ebenso angesoffenen Kumpanen zuwirft, weist er sich mit allen erkennbaren Merkmalen als legitimes Volk dieses niederen Saukaffs namens Zwiesel** im noch niederen Niederbayern aus: Kippe in der Fresse, Pulle in der Hand und einen solchen Kuckuck im Leuchtturm sitzen, als hätte er noch in den frühsten Morgenstunden eine ganze Fußballmannschaft unter den Tisch saufen müssen.

Leute. Ich sag das nur einmal. Samstag. Sieben Uhr morgens.

Da kann man nicht schon, oder noch immer besoffen sein. Da beginnt der Tag! Da heißt es carpe diem, und nicht hau dir die Binsen weg, bis der Tanker brennt. Andererseits … Bayern. Einfach nur Niederbayern. Was will man von einem niederbayerischen Kuhfladenprovinz auch anderes erwarten. Da ist es eher noch ein Wunder, dass er nicht tubaspielend in mit Kuhscheiße beschmierten Gummistiefeln in das nächste Wirtshaus zum frühschoppenden Weißwurstfressen einmarschiert ist.

** Name nicht von der fertigen Redaktion geändert.

In jeder Hinsicht waren sie das Wahre, die 80er- und 90er-Jahre

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Im Grunde dürften ich und zahlreiche andere schon gar nicht mehr leben.

Aus Sagen und Legenden wird berichtet, dass diejenigen, die vor 1990 geboren wurden, die letzte Ära der Unzerstörbaren darstellen. Gründe mag dies viele haben, doch sticht einer ganz besonders und offensichtlich heraus: Die damalige Generation war nicht so komplett dämlich und geistiges Untergrundfliegertum wie der Gro der Neuzeit. Was unter anderem daran liegt, dass wir damals mit der besten Musik überhaupt aufwuchsen, die größten Klassiker im Kino sehen durften, das Wort Internet noch im Fremdwörterlexikon existierte, es ergo solchen Scheiß wie Facebook, Twitter und den ganzen (a)sozialen Rest noch nicht gab und wir noch Werte wie Anstand, Respekt und Achtung vermittelt bekommen haben – und ebenso gelebt haben, wie wir es immer noch tun.

Doch zurück zum Anfang, womit ich einen weiteren Grund anführen will, warum wir unzerstörbar waren: wir waren es einfach! 😀 Warum genau, nun, da kann ich nur mit den Schultern zucken. Aber jeder, der auch das Glück und den Segen hatte, in oder vor diesem Zeitrahmen geboren worden zu sein, wird mir zu ungefähr vierhundert Prozent zustimmen.

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Von mitteilungsbedürftigen Fußballfans und anderen Idioten

Vielleicht hau ich dem Deppen aber auch irgendwann einfach so ins G’sicht.

Nein, ehrlich. Schon das dritte Mal, und jedes Mal die gleiche hohle Prozedur. Er fragt mich, ob mich Fußball interessiert. Nein, erwidere ich, es interessiert mich überhaupt nicht und in keinster Weise, egal ob regional, EM, WM oder sonstwas. Diese Antwort gebe ich jedem und es sollte im Grunde ausreichend mitteilen, wie meine Einstellung dazu ist. Dass mich dieser verkackte „Sport“ mit den 22 überbezahlten Dorfdeppen, die eine aufgeblasene Pflunder durch die Gegend ollern, wahrlich nicht weniger interessieren könnte.

Aber heute ist schon das dritte Mal, dass diese eine Person dennoch unbeirrt mit „Na auf jeden Fall war bei dem Spiel gestern/letztens…“ beginnt und mir das ganze dämliche Spiel von Anfang bis Ende erklärt, wo die Chancen lagen, die Schwächen waren, Elfmeter, Kartenvergaben, und und und … Selbst meine erneuten Einwände, dass ich wirklich fußballuninteressiert bin, stößt auf gänzlich taube Ohren. Ich überlegte schon: Ament hilft bei dem ja a saubere G’nackwatschn, um verstaubte Gehörgängle wieder mal freizuputzen und grundzureinigen?

Generell kam ich mittlerweile aber zu der Vermutung, dass sein Erzählapparat bei der letzten Grundinspektion beim Veterinär versehentlich bis auf die Grundmauern abgebrannt ist, nur notdürftig repariert wurde und seitdem bei manchen Dingen einfach hängenbleibt. Sein Erzählmuster analysierend, ergeben sich zumindest gewisse Wiederholungen. Das Schlimme: Einwände wie „Das hast du mir schon zwei Mal erzählt“ oder ähnlich werden da nicht einmal ansatzweise zur Kenntnis genommen. Oooder aber, während ich das sage, wird der Erzähler einfach lauter, um meinen Einwand gewissentlich zu übertönen.

Frech. Was tun, also? Muss Alexander dann wohl den Backpfeifen-Beppe und den Watschen-Willie in die nächste Gesprächsrunde mit einbringen.