Und all diese Verkaufsoffenen, sind doch eh nur für die Besoffenen

Na, dieser einen Bedienung letztens am verkaufsoffenen Sonntag saß aber auch der Schalk im Nacken. Da bestellt man zu zweit ein Wasser und eine Spezi. Sie kommt an den Tisch und fragt „Für wen war das Wasser?“. „Für mich“, entgegne ich, womit sie mir das Getränk hinstellt. „Und die Spezi?“, schaut sie abwartend in die zweiköpfige Runde, bis sich der Übrige meldet. War ja auch verdammt schwer auszubaldowern, wem denn nun dieses noch übrige Getränk denn gehören könnte. 😀

Später dann: „Wir möchten bitte bezahlen.“ „Getrennt oder zusammen?“ „Getrennt.“ „Also zusammen?“ „Nein, getrennt.“ „Zusammen?“ „Nein, getrennt.“ „Eine Rechnung also?“ „Nein, zwei, jeder zahlt für sich.“ Dann kommt sie wieder, legt nur eine Komplettrechnung auf den Tisch. „Wir wollten aber getrennt bezahlen.“ „Ach so, ich dachte zusammen!“ „Nein, getrennt. Wir wollten getrennt bezahlen.“ „Hatten Sie das vorher gesagt?“ „Nur vier Mal ungefähr und wahrscheinlich einmal zu wenig.“

Da weiß man sofort, wer sich heute am ver(kauf)soffenen Sonntag in Zwiesel vor Dienstantritt noch ein halbes Dutzend *richtig* Kräftige in den Ansaugstutzen gezaubert hat. Aber so ist’s halt mal, und wir Bayern als dickbauchiges, merkwürdiges und biervernichtendes Völkchen kennen es ja auch nicht anders 😀

Und weil der Bayer nicht gern lange hadert, er den Fremden gleich komplett zulabert

Hauptsache sich nicht von seinem Standpunkt abbringen lassen, eh?

Da ist der Alexander nach einem zarten Beintraining noch kurz in der Sauna der lokalen Eisenschmiede, um sein Hüftgold eine Viertelstunde lang auf knapp neunzig Grad durchzudünsten. Er ist soweit alleine in der Sauna, als eine Gruppe Englischsprechender hereinkommt. Sicherlich Urlauber, wie die erste Vermutung nahelegt.

Keine Minute darauf kommt ein Ansäßiger herein, klatscht sein Handtuch neben dem ersten Engländer auf die Bank und sagt zu ihm in schönem gemütlichen Bayerisch, als wäre es sein urigster Kumpel und Busenfreund: „Mei, so was aber auch, da war vorher so a Gruppe Engländer bei der Theke und ich konnte kein Wort mit denen reden. Sprechen ja kein Deutsch! Mei wenn ich das gewüsst hätte! Dann hätte ich die davor gar nicht angeredet, sowas depperts aber auch!“

„Eh, I’m sorry, I don’t speak German!“ entgegnet ihm der Erste, nachdem der erste Satz des Bayern schon eine peinliche Stille verbreitete.

„Jaja, das ist es ja! Die konnten überhaupt kein Deutsch!“, fährt der Bayer unbeeindruckt wie unbeirrt seine Argumentation weiter und textet den Engländer komplett von oben nach unten zu. Ich glaube der Engländer hätte ein Südafrikaner sein können und mit Klicklauten der Xhosa-Sprache antworten können, es hätte nicht interessiert.

Für mich als stillen Beobachter hielt sich die Waage sehr standhaft zwischen dem Mitleid für den Engländer und dem Fremdschämen für den Bayer. Aber durchaus amüsant. 😀

Willkommen in Bayern!

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Willkommen in Bayern! 😀

Willkommen in Bayern! Das ist Ihr Mittagsmahl.

Ich empfehle dazu weiterhin: Unser bayerisches Nationalgericht als kleinen Zwischensnack 😀