Und mit dem Anlaufen der Futterfräse startete auch des Höllenschlunds Gebläse

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Öh, das Thema ist wieder mal Fressen. Wer hätte das gedacht? Jeder? Gut. Weiterlesen, Bratwurstling! Ein Abenteuer erwartet Dich!

Manchmal geht es in der Arbeit von der Zeit und vom Arbeitspensum aus, dass man sich in der Kantine dieser einen Einrichtung gediegen was in die Fressaufnahme zimmert – und das noch für einen sehr annehmbaren Preis. Die Portionen sind sättigend, die Eimersalate sehen sogar wie Salate aus, die vorgekochten Fertiggerichte bleiben dauerhaft im Magen und verlassen ihn auch wieder auf dem herkömmlichen Wege. Ein Dreiergespann aus Gründen, es immer wieder anzugehen.

So auch an diesem Tag.

Vereinzelt kommt es hingegen vor, dass die Kantine gut besucht ist – entweder, weil sie neben mir wieder alle anderen Verfressenen ausgelassen haben oder besondere Gerichte auf der Karte stehen. Braten, Wild oder alles andere, was der niedere Mistbauer in dieser Gegend hier kennt und mag, auch wenn er es nicht buchstabieren, dafür in seine zahnlücklige Bauernfresse schieben kann. Manchmal isst man dort schließlich so gut wie in einem Restaurant, und das für einen Bruchteil des Preises. Dafür geht es erwähnterweise manchmal ziemlich zu, so dass man froh sein muss, noch einen Platz ergattern zu können.

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Weil erst mit selbstgestrickten Socken Badelatschen richtig rocken

Meinetwegen kann ja jeder anziehen, was er will. Oder ausziehen, was er will. Ist mir relativ wurst. Aber wenn man so manche elitäre Level-55-Grattler umherstreifen sieht, möchte man sofort mit „Fremdschämen 400“ weitermachen, die Frage „Ooooida, wie fertig kann man sein?“ fragen und die Sittenpolizei holen.

Denn ja. Manchmal tut es wahrlich so weh, dass es dem guten Geschmack höchstpersönlich die Hornhautverkrümmung wegdampft.

Freilich ist es unangenehm, ein paar Pfunde, Röllchen oder ganze Kanister an, in und um die Bauchgegend zu viel zu haben. Ihr kennt das. Ich kenne das. Jeder kennt das. Aber deshalb gibt’s auch Kleidung in meiner Größe. Oder Maßnahmen, die man ergreifen kann. Und wenns auch nur ein einfacher Leinensack vom Kartoffellager, Mutters Vorhänge oder auch der Bequemlichkeit halber die zugeschissene Bettwäsche vom Nachbarn ist, die er eigentlich in die Müllverbrennungsanlage fahren wollte. Doch spätestens dann, wenn dem Herrn der Schöpfung so a fünf Zentimeter langes Wampenschwarterl beim Gehen rausploppt und dann lustig hin- und herbaumelt, weil das M-Shirt doch überraschenderweise zu klein war und nur knapp bis über den Bauchnabel gereicht hat, sollte man etwas ändern.

Und nein, diese Veränderung geht nicht unbedingt damit vonstatten, indem ich meinen Einkaufskorb mit Cola, Bier, Fertigprodukten und Süßigkeiten vollade. Und wenn man bemerkt, dass man unter dem Bauch einen weiteren Bauch besitzt (wie heißt das Ding eigentlich, Zweitwampe, Unterbauch, Backup-Darmlader, Reservebaumler, Erstbauchhalter?) sollte man es ament vermeiden, erstens gestreifte und zweitens hautenge Kleidung zu tragen.

Ehrlich gesagt dachte ich schon, ich würde diesen Post niemals vollenden können. Erstens fehlte eine richtige Tagline und zweitens das i-Tüpfelchen, welches diesem Post die Würze senkrecht durch die Decke flakken würde. Doch, man lobe die Kausalität der Grausalität, die wie ein Fluch die Krallen in mich geschlagen hat und nicht mehr loslässt.

Und ich würde mich auch bis heute nicht als Sittenpolizist bezeichnen oder als jemanden, der eine andere Person nach dem Äußeren beurteilt. Wirklich nicht. Aber wenn ich wie heute jemandem im Kino sehe, der selbstgestrickte quietschbunte Socken und dazu ausgeleierte Badelatschen trägt, DANN BRENNT MIR HIER DER WIRSING GLEICH AUF HALBMAST, VERDAMMTE KACKE.

Und da schiebt sie weiter voller Wonne, diese Ausgeburt von fetter Tonne

Und jedes Mal, wenn ich Samstagmorgen gemütlich einkaufe, das gleiche Schauspiel.

Da ich selbst sehr vorbildlich bin und meine Pfandflaschen regelmäßig, ergo in kleinen Portionen abgebe, habe ich am meinem zum Einkaufssamstag beförderten dienstfreien Samstag auch nur zwei, drei, ament fünf Pfandflascherl zum Abgeben. Aber jedes Mal – es ist wohl das elfte Gebot von dem rotzbesoffenen Dorfdeppen da ganz oben – steht irgendeine fette Hartz-IV-Tonne vor mir am Pfandautomat. Neben ihr: Ein ungefähr vierzig Kubikmeter großer Müllsack mit viertausend Pfandflaschen.

Und freilich, was würde die intelligenzgeminderte Elephantengrazie auch anderes in sich reinschütten, gibt es nur zwei diverse Typen von Flaschen: Bier (freilich das grindige Plastikflaschenbier) und grässlich schmeckende Billig-Cola, selbstverständlich aber nicht die zuckerlose Variante. Und das abwechselnd. Bier. Cola. Bier. Cola. Bier. Cola.

In diesem Augenblick habe ich aber bereits, man will es kaum glauben, schon Level 2 dieses Kampfes erreicht. Level 1 ist nämlich die Unfähigkeit der Person, den Bier(natürlich!)kasten richtig in die Aufnahme einzugeben. Bestimmt, weil man aufgrund der Breite des Aufnahmeschlitzes nicht von selbst darauf kommen kann und nur in halb leuchtenden Großbuchstaben KASTEN BITTE NUR LÄNGS EINFÜHREN! dort steht.

Immerhin, sie brauchte auch nur knappe vier Versuche, den Kasten richtig in die Aufnahme zu geben. Von der Tatsache, dass sich vier falsche Flaschen im Träger befinden und sie das einfach nicht rafft, will ich mal gar nichts erzählen hier.

Aber gut, ich will noch nicht schimpfen, immerhin bin ich schon bei Level 2! Und Level 2 steht für ganz genau viertausendeinhundertundfünfzig mitgezählte Pfandflaschen. Was wiederum – ich werde sie an der Kasse wieder treffen – für Billigbier, Billigcola, Zigaretten und Fertiggerichte ausgegeben wird.

Dann – ich warte schon immer auf diesen magischen Moment – das Schmankerl. Dööö, Zonk, die Flasche wird nicht angenommen. Selbst aus drei Metern Sicherheitsabstand und meiner knapp zweistelligen Dioptrinzahl sehe ich, dass das keine Pfandflasche ist, da KEIN PFAND auf der Flasche steht. Rotes Ettiket. Weiße Schrift. Quasi das Ultima ratio der Farbwahl, weil es auffälliger und heller kaum mehr geht und man sich als Designer davon erhofft, es auch jedem noch so beschränkten Dorfaffen somit verständlich machen zu können.

Aber nein. Analphabetismus sei dank, nein. Dööö, Zonk. Dööö, Zonk. „Das muss doch gehen!“ Und wieder reinschieben, wieder Fehlermeldung, wieder reinschieben, wieder Fehlermeldung. Ehe endlich eine Kehrtwende eintritt: Sie gibt auf und wirft die Flasche endlich genervt… natürlich in den noch halb vollen Sack zurück.

Ho. Ly. Shit. Level 3. Man lockere das Waffengesetz und reiche mir etwas mit großer Durchschlagskraft.

Es gab Tage, da dachte ich, ich würde an einer Krankheit, bei einem Unfall oder durch einen Kometeneinschlag sterben. Aber nein. Ich werde aus Gründen der Altersschwäche am Pfandautomaten oder einfach aufgrund eines Tobsuchtanfalls sterben.