
Inhaltsverzeichnis:
Advent, Advent, auf dass sich jeder gönnt
Ein Dealer, um sie alle zu knechten
Das Konzept: Ohne Rezept
Gefragt wie noch nie: Die Pharmaindustrie
Zwanzig Kästchen, zwanzig Festchen
Weitere Editionen (für alle Körperregionen)
Bildquellen
Advent, Advent, auf dass sich jeder gönnt
Manch einer mag die Ampelregierung als Trampelrekrutierung ansehen. 2023 aber beschloss das Bundeskabinett in Deutschland mit Wirkung zum ersten April 2024 die teilweise Legalisierung von Cannabis. »Ein kleiner Joint in eine große Richtung«, sagen die Befürworter, und schielen mit roten Augen auf eine Entkriminalisierung bis hin zur kompletten Legalisierung.
Wenn es nach Gesundheitsminister Karlheinz Leiserfluss geht, steht diese Hoffnung unter einem guten Stern. In Zusammenarbeit mit der Bundesopiumstelle des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und dem Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Ruppert Schnuppert will das Bundesministerum für Gesundheit spätestens 2030 alle Drogen in Deutschland nicht nur entkriminalisieren, sondern legalisieren und den Verkauf verstaatlichen. Also weder Drogenfahndung noch Drogenahndung.

Ähnlich eines Schnupperkurses stellt das Gesundheitsministerium so den BTM-Kalender 2024 vor. »Wir überlegten lange, wie wir die gesamte Bevölkerung an die Thematik heranführen. Flyer, Veranstaltungen und Kampagnen sind langwierig und bringen selten den gewünschten Erfolg. Da kam uns die Idee eines Kalenders. Adventskalender gibt es in allen Variationen. Von der klassischen Schokolade über Schnäpse, Gewürze bis hin zu Pflegeprodukten. Warum also auch nicht einen Kalender mit Drogen und Betäubungsmitteln?«
In die Karten der Regierung spielen da die bescheidene Wirtschaftslage, wertloser Lohn dank Inflation und der degenerierende Lebensstil der arbeitenden Bevölkerung, der nur mit Betäubung mittels Alkoholika, Nikotin und Drogen zu meistern ist. »Genau da setzen wir an, da es das Naheliegendste ist«, sagt Leiserfluss. »Ein Großteil der Bevölkerung ist bereits nach Stoffen, Spritzen und Substanzen, legal wie illegal, wissend wie unwissentlich, abhängig. Nasenspray, Ibuprofen, Koffein, Alkohol, Amphetamine, Zucker, um nur einige zu nennen.«

Damit jeder auf den Zug gemäß »Eine Prise gegen die Krise« aufspringt, stellt das Bundesministerium für Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Drogenbeauftragten der Bundesregierung und führenden Unternehmen der Pharmaindustrie nun den BTM-Kalender 2024 vor. »Werbung machen wir nicht direkt, da allein die Information sich im Internet schneller verbreiten wird als ne Line Koks.«
Und den Kalender gibt von ganz offizieller Stelle, ohne Erstkosten für den Konsumenten, ohne Verschreibungspflicht (also ohne Rezept), ohne Verpflichtungen. Dafür mit einem kleinen Hintergedanken.
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Ein Dealer, um sie alle zu knechten
… die Sucht anzutreiben und ewig zu binden. »Indem Herstellung und Handel staatlicher organisiert werden, erschaffen wir immer höchste Qualität mit Reinheizgarantie. Zudem garantiert das Drogensteuern hohe Drogensteuern, um alles zu finanzieren«, weiß Leiserfluss. Der hat nach eigenen Angaben maßgebend an der Zusammenstellung des Kalenders mitgewirkt und ihn im zurückliegenden Quartal mehrere Male durchgetestet. Ein Mann des Volkes also.
Auch Bundesministerin des Innern und der Heimat Fancy Laser, spricht sich dafür aus. »Illegale Drogen sind nicht nur ein gesellschaftliches Problem. Ein staatlich kontrollierter Drogenverkauf sichert die Gesundheit der Bürger, da die Qualität der Drogen nicht nur steigt, sondern garantiert wird. Das bedeutet weniger Drogentote durch Verunreinigungen, weniger Delikate durch Beschaffungskriminalität. Gleichzeitig legen wir den Schwarzmarkt trocken und ersticken die Anzahl der Drogendelikte im Keim.«

Hierzu kommt eine Preisanpassung, damit sie für jeden erschwinglich sind. Masse und Klasse für die Masse also. Der BTM-Kalender soll jedes Jahr Mitte November in allen Apotheken und online verfügbar sein und zwanzig Probierkästchen beinhalten. »Wir entschieden uns für 20, nicht 24 Kästchen, damit die Konsumenten ausreichend Zeit haben, für Weihnachten zu bestellen. Denn schließlich ist Weihnachten nur mit Schnee schön.«
Doch was verkauft wird, will auch produziert werden. Und damit wenigstens ein Sektor in diesem Land nicht weiter deterioriert:
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Gefragt wie noch nie: Die Pharmaindustrie
Allein 2022 generierte die Pharmaindustrie in Deutschland einen jährlichen Umsatz von über fünfzig Milliarden Euro. Über 125.000 Menschen bietet der Sektor Arbeit. Überwacht und gesteuert werden dieser Wirtschaftsfaktor und die nationale Pharmastrategie von den Bundesministerien für Gesundheit, Wirtschaft und Klimaschutz sowie dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Eine dampfende Maschinerie, die das Land wach hält und nicht stagnieren darf – weder in der Forschung, noch im Umsatz.
Mit dem ab 2024 jährlich produzierten BTM-Kalender will man sich für Zukunft und Krisen wappnen. Kundengewinnung und Kundenbindung statt Kundenschwindung.
»Opium fürs Volk. Denn das Volk hat es verlangt. Das Volk hat es verdient.«
Pressemitteilung
»Wir sind uns bewusst, dass bereits jetzt Schmerzmittel und Alkohol und andere Substanzen Teil des Tagesrituals Millionen Deutscher sind«, sagt Schnuppert. »Deshalb bietet der Kalender ausschließlich hochdosierte Varianten bekannter Medikamente. Mit zugefügten Betäubungsmitteln und verbotenen Stoffen aus Beschlagnahmungen und Asservatenkammern sichern wir den Horizont, die Sinne und die Zukunftszahlungsbereitschaft künftiger Konsumenten sichern.«
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Das Konzept: Ohne Rezept
Und kostenlos, sonst wird man es nicht los. Erstaunlicherweise soll der BTM-Kalender jedes Jahr kostenfrei und rezeptfrei erhältlich sein. Der Inhalt richtet sich nach der Verfügbarkeit, den Todes- und Verkaufszahlen des vergangenen Jahres.
»Schenken wir dem Kunden unser Vertrauen, wird er darauf aufbauen und sich das Produkt viel mehr reinhauen.«
Pressesprecher
Beigelegt: ein zweihundertseitiger Beipackzettel mit Informationen über jedes Kästchen. Das Ministerium für Gesundheit erhofft sich dadurch mehr Akzeptanz, Aufklärung und Augenmaß in Sachen Medikamente, Betäubungsmittel und Drogen. »Denn nur wenn es in einem selber knallt, die Warnung umso besser hallt«, preist der Gesundheitsminister das Credo an. Nichts wirkt als besserer Hebel und Knebel als im Geiste ein Drogennebel.

Neben der Erläuterung für jedes Medikament ist auch ein QR-Code abgedruckt, der zu einer Bestellseite führt. Ähnlich jeder Online-Apotheke. Entweder man bestellt zu sich nach Hause oder holt es in der örtlichen Apotheke ab, deren Lager mit BTM aufgestockt werden und auch Fixerbesteck führen. Auf der Seite MeinBTMShop gibt es Mengenrabatte und Treuepunkte für Viel- und Dauerbesteller. Auch sind Nutzer eingeladen, sich für das Testen experimenteller Drogen anzumelden.
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Zwanzig Kästchen, zwanzig Festchen
1 – Nasenspray
2 – Joint
3 – Ibuprofen 3200 Maximus Edition
4 – Ritalin Turbo
5 – Magic Mushrooms
6 – Potenzmittel
7 – Anabolsteroid
8 – Heroin
9 – Coffein
10 – Inhalierstift
11 – Kokain
12 – Nikotin
13 – Hypnotika
14 – Amphetamine
15 – Ethanol
16 – Süßstofflutscher
17 – Fentanyl
18 – Laxativum
19 – Haschbrownie
20 – Sufentanil
Kästchen 1 – Nasenspray
Gleich zum ersten Advent findet sich im ersten Türchen ein hochdosierter Nasenspray. Viele schätzen trotz steigender Toleranzentwicklung schon nach wenigen Anwendungen den Nasenspray. Deshalb legte man nach. Während ein starker Nasenspray bei einer Dosis von 100 Mikroliter etwa 200 Mikrogramm Wirkstoff ausstößt, beinhaltet der Nasenspray des Kalenders drei Dosen mit der fünffachen Menge.
Kästchen 2 – Mary Jane / Joint / Tüte / Spliff
Cannabis ist nach dem neuen Gesetzesentschluss erlaubt; verhäuft sieht man auch Schulschwänzer und Influencer, die sich beim Kiffen filmen, ihren Alltag zum Pralltag machen und ihren Hasch-Tag mit #hashtags online posten.
Kästchen zwei ist für jeden Käufer, Konsumenten und Kiffer und enthält einen handelsüblichen Joint. Welche Grasmischung genau verwendet wird, ob Haschich oder Marihuana, steht im Beipackzettel nicht. Jedoch heißt es, dass, je nach saisonaler Verfügbarkeit und kürzlich geschehener Polizeirazzia mitunter Heroin, Kokain oder Opium beigemischt werden. Hauptbestandteil ist mit über 75 Prozent stets Cannabis.

Weiterhin garantiert man hohen Wirkstoffgehalt des enthaltenen Tetrahydrocannabinols, die nach Aussage des Gesundheitsministers selbst hartgesottene Kiffer so dermaßen durchbacken soll, bis die Ziegel auf halb Fünf stehen.
Kästchen 3 – Ibuprofen 3200mg Maximus Edition
Ibuprofen; bei diesem Kästchen gibt es eine Sonderedition des bekannten Schmerzmittels, das ab einer Dosis von 600mg oder mehr nur gegen Rezept erhältlich ist. Da viele Menschen ohnehin Ibuprofen als tägliches Ritual verzehren, will man der generellen Immunität gegenwirken und spendiert eine Monsterpille mit 3200 Milligramm Wirkstoff. Immerhin ist das die fast dreifache Tagesdosis. »Einmal im Jahr geht das schon. Der Körper ist es ja oft schon gewöhnt. Deshalb müssen wir ihn etwas aus der Reserve locken.«

Ibuprofen bringt durch den Ceiling-Effekt bei einer Erhöhung der Dosis keine zusätzliche Schmerzlinderung, aber mehr Nebenwirkungen. Doch da winkt der Mediziner und Minister für Gesundheit ab und ext im Interview sein fünftes Glas Rotwein – »Die Dosis macht das Gift. Und nach so vielen Lebkuchen und Plätzchen in der Vorweihnachtszeit machen so ein paar Milligramm an Ibuprofen auch nichts mehr aus. Denn wo ein Wille, da eine Pille.« Eine Nebenwirkung kann da zum Beispiel Blut im Stuhl sein. Doch lieber Blut im Stuhl als Stuhl im Blut.
Kästchen 4 – Ritalin Turbo
Ritalin findet hauptsächlich Anwendung bei der Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätstörung, kurz ADHS. Ritalin ist ein Stimulans – eine psychotrope Substanz, die eine stimulierende Wirkung auf den Organismus hat.
Der Drogenbeauftragte der Bundesrepublik warnt eindringlich vor gefährlicher Selbstdiagnostik bezüglich ADHS. Deshalb empfahl er den Konsumenten, den Wirkstoff Methylphenidat aus der Gruppe der Phenylethylamine im BTM-Kalender zu testen, ob eine Verbesserung im Wohlbefinden eintritt.
Pro Tablette enthält das normale, nur gegen Rezept erhältliche Ritalin 8,65 Milligramm. Um es dem Anwender zu ermöglich, deutlich zwischen dem Vor und Danach zu entscheiden, enthält der BTM-Kalender eine hochgezüchtete Ritalin Turbo – Tablette mit 55 Milligramm Wirkstoff.
Kästchen 5 – Magic Mushrooms (Zauberpilze)
Natur pur! Fünf Pilze finden sich im fünften Kästchen, die Mischung wird als gleichermaßen wild und gezüchtet im Beipackzettel beschrieben. Psilocybin nennt die psychoaktive, halluzinogene Verbindung, die sich in den Pilzen befindet und Nervosität, Paranoia, Panik und Halluzinationen hervorruft. Bereits die Azteken schätzten die Wirkung des Teonanacatl, des mexikanischen Zauberpilzes und nannten ihn das Fleisch der Götter.

In Deutschland ist der Konsum dieser Magic Mushrooms verboten. Mit der angestrebten Legalisierung will man auch die Shrooms und Zauberpilze, wie sie auch genannt werden, dieser Egalisierung einer Regulierung.
»Die Pilzmischungen haben wir vorher ausgiebig getestet«, sagt Leiserfluss. »Erst einzeln, dann in Verbindung mit weiteren Pilzen. Schließlich kamen wir zu einer ganz interessanten Mischung, die unter anderem den Spitzkegeligen Kahlkopf (Psilocybe semilanceata) und den Kubanischen Kahlkopf (Psilocybe cubensis) enthalten. Sowie noch ein oder ich glaub zwei künstlich Gezüchtete. Vier von sieben Probanden kämpfen jetzt noch mit den Folgeschäden«, fügt er noch an. Die Mischung kann variieren und richtet erstens unterschiedlich viel Schaden an, da er sich zweitens nach der saisonalen und regionalen Verfügbarkeit des jeweiligen pharmazeutischen Herstellers richtet.
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Kästchen 6 – Potenzmittel
Während viele sie verwenden, um einer erektilen Dysfunktion entgegenzuwirken, wollen andere Duracell-Häschen und Zuchtbulle in einem sein. Aber um vorher an solche Potenzmittel heranzukommen, bedarf in Deutschland meist noch eines Rezeptes vom Arzt.
In Großbritannien können Patienten Medikamente wie Viagra rezeptfrei kaufen, seit 2020 ist es auch in der Schweiz erhältlich. Auch in Deutschland ist im Zuge der Drogenlegalisierung spätestens 2023 eine freie Verkäuflichkeit für das Potenzmittel geplant, das in Dosen zwischen 25 und 100 Milligramm verfügbar ist.
Das zuständige pharmazeutische Unternehmen spendiert daher für den BTM-Kalender gleich zwei hochdosierte blauen Pille mit je einer Dosis von 250 Milligramm.
Kästchen 7 – Anabolsteroid
Nicht nur durch Vorbilder wie Arnold Weißeneier, Ronald Krautmann oder Jakob Scherenschleifer ist der Sport körperlicher Erzüchtigung und Ertüchtigung populär geworden. Körperbauherren, die sich selbst modebewusst Bodybuilder nennen, gibt es überall, und sie werden immer jünger.

Um den bis in die Vollen geschwollenen Idolen nachzueifern und die Proteinsynthese anzutreiben, greift so mancher gerne zu anabolen, heißt muskelaufbaufördernden Stoffen in Form von Pillen oder Spritzen.
Vor dem gelegentlich auftretenden Steroidenrummel, der roid rage, wie sie in diesen Kreisen genannt wird, hält der Gesundheitsminister nicht viel. »Bei einer kleinen Dosis kann man ja kaum von Gefahren sprechen. Und von einer lebenslangen Sucht wird erst gesprochen, wenn man die erste Dosis überlebt und das Leben noch einige Jahre in Zeichen genau dieses Steroids läuft.«
Weiterhin setzt man auf Gleichberechtigung; der BTM-Kalender hält eine Dosis bereit, die niemanden ausgrenzt und enthusiastische Sportler in der Kindergartengruppe gleichermaßen fördert wie Hochleistungskörperbauherren. Fündig wurde man bei einem hochpotenten anabolen Steroid aus der Veterinärmedizin. »Was dem Pferd hilft, hilft sicher auch dem Menschen«, sagt da der Drogenbeauftragte und verweist auf Zahlen des Pferderennsports.
Kästchen 8 – H (Heroin)
Der achte Buchstabe – H – steht für das Heroin, ein halbsynthetischer, stark analgetisches Opioid. Es dämpft selbst starke Schmerzen und löst Euphorie und Entspannung aus. »Alles Gründe also, um im BTM-Kalender ein Kästchen dafür frei zu machen«, erklärt der Gesundheitsminister. Gewonnen wird es aus dem Saft des Schlafmohns (Papaver somniferum), verrät der Beipackzettel, und garantiert hohe Bio-Qualität.

»Wir wollten auch etwas aus der guten Sparte spendieren, für Nerven, Organe und für Nieren«, sagt der Gesundheitsminister, nicht ganz ohne Stolz. Anders als herkömmliche Dealer, die ihren Stoff gerne mit Backpulver strecken, bekommt der Konsument des BTM-Kalenders hier das reale Zeug. »Streckt den Konsumenten, nicht das Produkt«, preist man an. Das Heroin selbst stammt von der Zerschlagung eines Drogenrings Anfang dieses Jahres, mit einem Marktwert eines zweistelligen Millionenbetrags.
»Nachlassen geht immer, aber man muss stark beginnen!«, weiß der Gesundheitsminister und zieht vor uns eine Line, bevor er unansprechbar wird und eine geschlagene Minute nicht mehr zwinkert. Dafür fährt er umso stärker fort: »Die einzelnen Brisen, die wir in den BTM-Kalender knallen, ist erst der Anfang. Es ist genug da. Aus wirtschaftlichen Gründen werden wir den Rest natürlich etwas, nun, nicht strecken, aber in wie erwähnt wirtschaftlichem Interesse vergrößern, damit wiederkehrende Konsumenten nicht abgewiesen werden müssen.“
Kästchen 9 – Coffein
An der Stelle mag man sich fragen, was gewöhnliches Coffein in einem BTM-Kalender zu suchen hat, wenn Kaffee und Tee für jedermann verfügbar ist? »Gerade eben deswegen«, heißt es. Coffein, auch Koffein, Tein, ist ein Alkaloid, das sich in Tee, in Kaffee, in Energydrinks und in Spuren sogar im Kakao findet. Da es somit sogar Kinder zu sich nehmen, ist diese psychotrope Substanz die am meisten konsumierte, akzeptierte und beworbene Droge weltweit. Alltagsdroge nennt sich das dann. Niemals ohne Kaffeebohne.

Bereits jetzt werben Hersteller mit Namen wie Death Wish Coffee, Black Insomnia, Lucifer’s Roast oder Zombie-Kaffee, die mit bis zu vierfacher Coffeinmenge aufwarten.
Um auch solche Kaffeetrinker vom neunten Kästchen zu überzeugen und hartnäckige Konsumenten zu gewinnen, findet sich hier neben einer hochdosierten Coffeintablette auch ein Shot. Shots sind konzentrierte Energydrinks, meist nur die Menge eines doppelten Schnapsglases, doch dafür 60 Milligramm Koffein. »Das ist der unter Stress leidende 12-jährige schon gewohnt«, heißt es im Beipackzettel.
Die konzentrierte Tablette liefer ein tausend Milligramm Coffein. Mit acht Gramm (also dem 133-fachen eines Shots) reinem Coffein hält man sich beim Coffein-Popper zehn Prozent unter der letalen Dosis, die bei zehn Reingramm (ungefähr einhundert Tassen Kaffee) liegt.
Kästchen 10 – Inhalierstift
Während die Berufsgruppe der Maler und Lackierer täglich bezahlt in den olfaktorischen Genuss der halluzinogenen Wirkung kommt, muss der gewöhnliche Laie sich Reinigungsmittel, Leim, Nagellackentferner oder Spiritus kaufen. Gemeint sind so genannte Schnüffelstoffe, die jeder schon einmal wahrgenommen hat, sobald er einen Permanent-Marker öffnete und ihn versehentlich vierhundert Mal daran schnüffelt oder sich ihn drei Minuten lang in die Nase steckte.
»Da viele Konsumenten dauerhaft einen Inhalierstift mit ätherischen Ölen verwenden, um die Atmung zu erleichtern, von schlechten Gerüchen abzulenken oder ein kleines High zu erreichen, kombinierte die Forschungsabteilung für diesen Inhalierstift Lösungsmittel mit ätherischen Öle und Lack. Diese LÖL-Kombination garantiert sogar ein High, da es für Ungeübte eine sofortige Ohnmacht auslöst.«

Und man hat sogar mitgedacht – während normale Inhalierstifte nur einzeln erhältlich sind, finden sich in Kästchen 10 gleich zwei davon – schließlich hat der Mensch ja zwei Nasenlöcher. Getauft wurde der Inhalierstift auf »Vlad« – inspiriert durch Vlad Țepeș, genannt den Pfähler, da auch die Inhalierstifte penetrieren und Blutungen verursachen.
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Kästchen 11 – Kokain
Kokain ist ein stark stimulierend und euphorisierend wirkendes Alkaloid, das aus dem Cocastrauch gewonnen wird. »Als Rausch- und Leistungsdroge ist es so populär, dass es im ersten BTM-Kalender nicht fehlen darf.« Schneller als Uwe Bolt die Ziellinie überwindet es die Blut-Hirn-Schranke und setzt direkt am zentralen Nervensystem an. »Denn Kokain gehört dort hin, wenn Nerven nerven und man, wie öfters schon gesagt, ne Prise in der Krise braucht«, heißt es.
Über die Dosis spricht sich der Beipackzettel nicht aus, verrät aber, sich an relativ nichtletale Dosisangaben zu halten und eine rentabel hohe Reinheit zu garantieren. Die Darreichungsform hingegen richtet sich nach saisonaler und lokaler Verfügbarkeit und kann dann entweder geschnupft, oral aufgenommen oder geraucht werden.

Kästchen 12 – Nikotin
Als pflanzliches Alkaloid wird Nikotin aus den Blättern der Tabakpflanze gewonnen und neben Zucker, Koffein und Alkohol als Volksdroge lukrative an die Bevölkerung gebracht. Denn Suff und Snuff gehen Hand in Hand, und derjenige mit Brand hat auch meist Tabak rasch zur Hand.
Aus Gründen mangelnder Potenz eines einzelnen Produkts findet man im zwölften Kästchen gleich mehrere nikotinhaltige Produkte; eine filterlose Zigarette, ein Nikotinpflaster, eine Zigarillo, ein Snus-Beutelchen, eine Portion Kautabak, eine Portion Schnupftabak und ein Nikotinzäpfchen.

»Alle Löcher, alle Poren, nichts kommt davon hier ungeschoren«, heißt es knapp im Beipackzettel. Der empfiehlt, die Produkte gleichzeitig oder zumindest innerhalb kurzer Zeit nacheinander zu nehmen, um die geballte Wirkung zu spüren. »Wie viel Milligramm der Konsument dadurch aufnimmt, hängt natürlich stark davon ab, in welchem Zeitrahmen und in welcher Intensität er das tut. Ein normales Nikotinpflaster gibt bis zu einen Tag lang etwa ein Milligramm Nicotin pro Stunde ab. Mit der Kombination hier wollen wir natürlich die Dosis erhöhen und die Zeit verringern.“
„Es muss Schlauchen beim Rauchen.“
Drogenbeauftragter Schnuppert
„Um das Maximum zu erreichen, und eine auch fühl- und spürbare Wirkung des Nervengiftes zu erzielen und damit es auch den letzten brettert auf die Dielen, sollte man sich natürlich alles auf einmal reinballern und alle Löcher damit stopfen. Denn nur eine Ballung garantiert eine Knallung«, so der Drogenbeauftragte Schnuppert, der absichtlich einen saloppen Tonfall wählt, um auch jüngere Noch-nicht-Konsumenten anzusprechen.
Kästchen 13 – Hypnotika
Dazu äußerst sich der Drogenbeauftragte fachwortreich: »Benzodiazepine und Z-Substanzen ähneln sich in ihrer Wirkung – anxiolytisch (angstlösend), sedierend (beruhigend) und hypnotisch, also schlaffördernd bis -erzwingend. Daher werden sie vom Laien gerne verwechselt. »Aus diesem Grund vermischten wir für die Klasse der Hypnotika mehrere Wirkstoffe, um Ruhe in jeden noch so ruhelosen, uhrenlosen und ehrenlosen Leib einkehren zu lassen.«
»Es soll einen nicht wegbügeln, sondern komplett wegprügeln.«
Das Credo
Knapp eineinhalb Millionen Menschen sind in Deutschland von Benzodiazepinen und Z-Substanzen abhängig. Letztere heißen so, da sie alle mit einem Z beginnen: Zolpidem, Zopiclon und Zaleplon. »Damit aus den drei mit Z Beginnenden auch wirklich ein brauchbares ZZZ beginnt, fügten wir starke Dosen Benzodiazepine, unter anderem Diazepam, Oxazepam und Nitrazepam bei. Die Endung -zepam soll auf die Benzodiazepine als Inhaltsstoffe hinweisen.«
Der massiven Dosis an ZZZ stehen die Regel der vier, teilweise fünf K gegenüber, die so manch einer kennen mag: Einsatz nur bei klarer Indikation, kleinstmögliche Dosis, kürzest möglicher Zeitraum, kein abruptes Absetzen und Kontraindikationen beachten. »Alles papperlapapp«, sagen da Leiserfluss und Schnuppert gleichermaßen. »Wir wollen und werden die Menschen nicht bevormunden beim Drogenerkunden.«
Kästchen 14 – Amphetamine
Von Hypnotika zu Hyper Hyper! Schluss mit frustig, her mit lustig. Um die Schläfrigkeit des vorherigen Kästchens zu überwinden, spendiert das Bundesministerium für Gesundheit einen Klassiker synthetischer Stimulanzien und Nummer eins der Partydrogen: Amphetamine, in der Szene auch als Pep und Speed bekannt.

»Erst vor wenigen Monaten gelang der Justiz ein Schlag gegen einen internationalen Drogenring. Nach zahlreichen Razzien wurden fast drei Tonnen Amphetamine beschlagnahmt, mit einem hohen Marktwert, der ein hoher Marktwert ist und von der Drogenfahndung als hoher Marktwert beschrieben wird. Nachdem wir uns in internen Testphasen von der Qualität überzeugten, wollen wir die restlichen fünfhundert Kilogramm an die Bevölkerung weitergeben, um die Stimmung auf Leben zu heben, und die Motivation zu arbeiten weiter auszubreiten.«
Kästchen 15 – Ethanol
Seit Jahren schon widmet man sich der Idee, Wasser essbar zu machen. Mithilfe von mundgroßen Wasserbläschen, deren Membran aus Seetang und Pflanzen besteht. Praktisch für Marathon-Events und Festivals, um sich ausreichend zu hydrieren. Da konnte die Idee nicht lange auf sich warten, andere Flüssigkeiten und sich selbst damit abzufüllen.
»Ein ausgebrannter Säufer und Saufvirtuose mit Leberzirrhose lässt da aber nicht locker«, sagt Leiserfluss. »Freilich war es eine Schnapsidee im Labor – aber da Schnaps als Erstversuch in solchen Membranhüllen funktionierte, warum hätte man nicht andere Alkohol versuchen sollen? Oder gar Ethanol selbst? Es geht immer nur um äquivalenten Tausch für einen adäquaten Rausch.«
Die chemische Formel von Ethylalkohol, Ethanol, oft auch nur Alkohol, ist C2H6O. Und wahrlich wurde das letzte »O!« auch wirklich ein Ausruf: Denn in Zusammenarbeit mit ambitionierten abgestürzten anonymen Alkoholaffinen schaffte man es, reinen Ethanol in eine solche Membrane zu packen. Ethanol hat einen flüssigen Aggregatszustand, eine Dichte von 0,8g/cm³ bei 20 Grad, einen gewissen Siedepunkt und Brechungsindex.

»Diese Berechnung wandten wir auch hier an. Wir wollten beim Konsumenten eine hohe Dichte und hohen Siedepunkt bei Zimmertemperatur erreichen. Durch die Mischung von Trinkalkohol mit Methanol und Bioethanol (wobei beide Zuletzgenannten nicht zum Trinken geeignet sind), erreichten wir einen hohen Brechungsindex. Die Berechnung der Brechung war das also.«
Eine solche Ethanolblase enthält theoretisch ausreichend Alkohol, um einen in die Notaufnahme zu befördern. »Wir appellieren aber immer an die Vernunft der Menschen. Und sind wir mal ehrlich – Menschen sind vernünftig! Gerade mal 7,9 Millionen der 18- bis 64-jährigen Bevölkerung konsumieren Alkohol in gesundheitlich riskanter Form. Das ist ja nicht einmal zweistellig! Mit der Ethanol-Blase wollen wir die Nebenwirkungen aufzeigen. Wer würde reinen Alkohol schon missbrauchen?«, fragt der Gesundheitsminister, schüttelt den Kopf und gießt sich Rotwein nach.
»Richtig«, antwortet er sich schließlich selbst. »Niemand. Und da jeder selbst bestimmen kann, welche Substanzen er zu sich nimmt, überlassen wir dem Konsumenten diese Entscheidung. Da jeder unterschiedlich trinkfest beim Trinkfest ist, gibt es stets eine Variation bei der Intoxikation. Gelöscht werden nicht nur der Durst, sondern auch alle Sinne.«
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Kästchen 16 – Süßstoffe
Für eine sind Süßstoffe eine darmfloraverbessernde Freikarte, um Süße ohne Sünde zu erhalten. Für andere sind sie Gift, das im Organismus Heißhungerattacken verursacht, da der Organismus getäuscht wird und Zucker verstoffwechseln will.
Was stimmt nun? »Ich bin Mediziner und Politiker zugleich. Also stimmt weder eines noch beides zugleich«, lacht der Gesundheitsminister mit der Flasche Rotwein in der Hand herzlich auf. »Und ob es nun in unseren Körper gehört, spielt keine Rolle. Wie bei anderen Stoffen auch, wird der ADI-Wert (Acceptable Daily Intake, die akzeptierbare tägliche Aufnahmemenge) ohnehin jährlich angepasst.« Es folgt kurzes Schulterzucken. »Aber da allein die Möglichkeit einer Schädigung besteht, sei sie auch nur physisch, gehört es in den BTM-Kalender 2024.«

In den Sechzigerjahren stieg der Konsum und Verkauf von Industriezucker dank der wahrheitversalzenen Zuckerlüge an und hält bis heute an. Obwohl eine kohlenhydratreduzierte Ernährung in den Siebzigern an Popularität gewann, unter anderem durch die Atkins-Diät nach dem Kardiologen Robert Atkins, fiel es besonders den bereits Schweren immer schwerer, auf Süßes zu verzichten. In den Neunzigern verteufelte man wieder gute wie schlechte Fette.
Die Folge: Von Keto-Ketzerei zurück zu Kohlenhydraten. Aus der Schlankheit der Siebziger und Achtziger stiegen Körperfettanteile und BMI der Menschen an. Verständlich – ist es doch in unseren Genen verankert, Süßes zu wollen. Nur sind wir keine Neandertaler mehr, die vereinzelt einen Baum mit Äpfeln vorfinden, sondern Neandertaler, die nichts anderes mehr als Süßes vorfinden.

Doch was tun, wenn nur noch der Zahnarzt den süßen Zahn bändigen kann, indem er ihn samt Karies herausreißt? Verzichten? Mitnichten! Denn Süßstoffe sind die Lösung. Zero, Light, null, nichtig, leicht. Wenn man es schon nicht den Organismus und Stoffwechsel erleichtern will, dann wenigstens dem Gewissen. Denn kein Zucker bedeutet keine Reue und doch Treue dem Süßen.
»Ein möglichst komplexes Geschmackserlebnis wird durch die Kombination aller zugelassenen Süßstoffe erreicht«, verrät Experte Walter Schlaumeier, der in der Pharmaindustrie arbeitet und namenlos bleiben will. »Die Liste der Ingredienzien liest sich etwas kürzer als die eines Energydrinks«, sagt Schlaumeier und fährt fort. »Acesulfam (E950), Aspartam (E951), Cyclamat (E952), Isomalt (E953), Saccharin (E954), Sucralose (E955). Mit dabei sind auch die stärksten Varianten: Neohesperidin-Dihydrochallkon (E959) und Thaumatin (E957), die bis zu 3.000-mal süßer als Zucker sind. Als Zuckerl obendrauf und mittendrin: eine Dosis von Advantam (E969). Der hat eine Süßkraft von bis zu 37.000«, weiß der schlaue Meier. »Da war uns klar, dass wir davon eine Extradosis reinpacken müssen.«
»Es ist nur eine gute Dosis, wenn sie groß ist.«
Damit es niemand mit einem Zäpfchen verwechselt oder versehentlich in den Ohrgang einführt, wählte man die Form eines großen Lutschers. »Denn wer lutscht, bei dem es flutscht«, verrät der Beipackzettel. »Und wer die darauf hin entstehenden Heißhungerattacken als scheiß Hungerattacken bezeichnet, soll eben Kuchen essen. Es ist schließlich Weihnachtszeit zur Zeit des BTM-Kalenders.«
Weiterhin erzielt man mit dem Lutschen eine eher retardierende, heißt verzögerte Wirkung. »Natürlich kann man das Ding ganz in den Mund nehmen, aber dann kommt es oft zu schnell und man verschluckt sich«, verrät Leiserfluss. »Langsam zu Lutschen heißt die Devise in dieser Krise.« Der Konsument soll möglichst lange etwas davon haben. Damit der vermutlich übersüße Geschmack etwas Natürliches bekommt, wird der Lutscher von einer Zuckerglasur überzogen, der aus hundertprozentig biologischer Herstellung stammt.
Kästchen 17 – Fentanyl
Tilidin ist hier nicht mit drin. Dafür etwas Besseres. Mit seiner 100-mal stärkeren Wirkung als Morphin wird dieses synthetisch hergestellte Opioid zur Linderung von Schmerzen in der Intensiv- und Notfallmedizin verwendet. Um den Nutzen zu sehen, muss man nur nach Amerika sehen: Dort starben im Jahr 2021 circa 70.000 an einer Fentanyl-Überdosis. 2022 beschlagnahmten US-Behörden ausreichend Fentanyl, um »alle Amerikaner zu töten«.
»So weit wollen wir dann natürlich noch nicht gehen, sondern soweit haushalten und dosieren.« Leiserfluss und Schnuppert sind sich in einem von 10.000 Fällen zumindest relativ sicher, dass die im BTM-Kalender vorhandene Menge von den meisten überlebt wird.
Kästchen 18 – Laxativum (Abführmittel)
Nicht fehlen dürfen in einem Drogen- und Medikamentenkalender Abführmittel, so der Drogenbeauftragte. Denn unwissend für die meisten: Laxativa beherbergen großes Suchtpotenzial, wenn sie hochdosiert oder über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, um dem Motto vom flotten Otto zu folgen davon ausgenommen zu werden.
»Neun von zehn Personen leiden stark bei einem Anfall von Diarrhea. Seien sie die eine Person, die es genießt.«
Empfehlung des Beipackzettels
Da stellt man sich die Frage, ob das nicht gefährlich sei. »Mitnichten«, sagt da Leiserfluss. »Nach ausgiebiger und ausgebender Testphase kamen wir zu dem Entschluss, dass Abführmittel, wie die Jugend sagt, der richtig gute Shit sind. Und zwar in der Form eines Drastikums, das besonders potent ist. Laxativum à la Drastikum. Die Notwendigkeit liegt schließlich in der angestrebten Kotwendigkeit.«

Kästchen 19 – Haschbrownie-Mischung
Damit der süße Zahn nicht zu kurz kommt, gibt es im vorletzten Kästchen eine Backmischung. »Damit kann man sich etwas Süßes und sich selbst komplett durchbacken«, so Schnuppert.
Zwar reicht die Backmischung nur für zwei etwa handgroße Haschbrownies, doch garantiert die Packungsbeilage eine Durchbackung, die das ganze System in die neunte Dimension schleudert.
Kästchen 20 – Sufentanil
Manchmal braucht es viel, drum gibt es Sufentanil. Und hier ist es! 10-fache Potenz von Fentanyl. 1000-fach stärker als Morphin. Der Champion. Der Endherrscher aller derzeitigen BTM. Das stärkste in Deutschland zugelassene Analgetikum der Humanmedizin. Der fetteste Prügel, wenn alle nur noch Zahnstocher schwingen. Der Zerstörer aller Schmerzen, der Bringer der Euphorie und der Heilige Gral aller Drogendealer. Das gottgesandte, menscherschaffene synthetische Opioid. Sufentanil!
Über weitere Informationen gibt sich der Beipackzettel ehrlich, aber spärlich.
Weitere Editionen (für alle Körperregionen)
Man rechnet mit dauerhaftem Erfolg des BTM-Kalenders. »Eine spezielle Schnupfer-Edition ist für Bayern in Planung«, verrät Schnuppert, der selbst gerne eine Prise zieht, bis er wieder auf Sendung ist. »Sie bietet alle Medikamente in Pulverform an und erleichtert das Konsumieren, Penetrieren und Strangulieren der Blut-Gehirn-Schranke zwischen Hantieren von Biermass, Schwarzgeräuchertem, Obazda und Fingerhakeln.«
Weitere Ausgaben wie die bunt gemischte Mixerfixer-Edition und eine mit extra hohen Dosen befüllte Overdose-Edition sind noch in der Testphase. Die wird nur an Stammkunden verkauft, die sich als Strammkunden herausstellen und drei konsekutive Jahre den BTM-Kalender überleben. »Wenn wir da die Letalität auf ein einigermaßen akzeptables Maß herunterbringen, ist es reif für den Markt«, sagte ein Sprecher.

Als alles andere und doch komplett für den Arsch wird die Zäpfchen-Edition angepriesen. »Diese Edition bieten wir für alle an, die rektal oral vorziehen.« Man zieht es in auch in Betracht, eine Misch-Edition herauszubringen, bei der Oral- und Rektalapplikation sich abwechseln. Zur leichteren Verständlichkeit will man diese Ass-to-mouth-Edition nennen.
Zu guter Letzt, damit es auch jeden zerfetzt, arbeitet man noch an einer Retard-Edition; Medikamente mit retardierender Wirkung setzen die Wirkstoffe verzögert frei. Diese Edition ist für Konsumenten, die ein längeres Vergnügen wünschen. In der Projektphase nannte man diesen Reiter Retards, die zur Benennung und dem Slogan Retards for Retards führte.
»So schaffen wir ein schönes Fest für alle«, heißt es auf der Vorstellungsseite des Bundesministeriums für Gesundheit. Und es ist gut zu wissen, dass die Regierung nach wie vor auf dem Wohl seiner Bürger ruht und dieses zu erhalten weiß. Und bei riesigen Nebenwirkungen weiß man immer, an wen man sich zum Verenden wenden kann.
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Bildquellen
Das Gras in den Händen:
Urheber: Alexander Grey, Pexels
Zwei Hände halten ein paar Gramm rauchbares Gras in die Kamera.
Lizenz: Creative Commons Zero (CC0)
Das Heroin im Gläschen:
Nutzer: Mpv_51, Wikimedia Commons
Ein Glässchen Heroin aus dem Jahre 1924, schwarz/weiß.
Der Pilz:
Nutzer: Alan Rockefeller , Wikimedia Commons
Lizenz: CC BY-SA 3.0 Deed https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de
Das Bild zeigt drei Spitzkegelige Kahlköpfe (Psilocybe semilanceata auf Latein), nahe aneinandergewachsen, mit geschwungenem Stil und karamellfarbener Kappe.
Das Diagramm:
Urheber: Jkwchui * Drug danger and dependence.png: Thundermaker
derivative work: Jon C (https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Jkwchui)
derivative work (translation): LordToran (https://commons.wikimedia.org/wiki/User:LordToran)
Link: Wikimedia Commons https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Drug_danger_and_dependence-de.svg
Lizenz: CC BY-SA 3.0 Deed https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de
Die Kaffeebohnen:
Urheber: Michael Burrows, Pexels
Eine Nahaufnahme von Kaffeebohnen in einem Gefäß, mit geblurrtem Hintergrund.
Lizenz: Creative Commons Zero (CC0)
Die Lutscher:
Urheber: Happy Pixels, Pexels
Eine Naheaufnahme von Fingern, die vier Dauerlutscher in bunten Farben halten.
Lizenz: Creative Commons Zero (CC0)
Die verschiedenen Pillen:
Urheber: Pixabay, Pexels
Eine Nahaufnahme unterschiedlicher Tabletten und Pillen.
Lizenz: Creative Commons Zero (CC0)
Die Glaskugel:
Urheber: 12252435, Pixabay
Eine Glaskugel liegt mittig auf einem Holzpfosten. Der Hintergrund ist unscharf, in der Glaskugel sieht man einen Steg und ein paar Bäume.
Das Rezept:
Urheber: Lumu , Wikimedia Commons
Lizenz: Gemeinfrei
Beschreibung: Das Bild zeigt ein Betäubungsrezept, gelbes Formular mit roten Linien. Ausgefüllt ist es mit fiktiven Zahlen für eine Frau Erika Mustermann.
Der Joint:
Urheber: Erik Fenderson, Wikimedia Commons
Lizenz: Gemeinfrei
Beschreibung: Das Bild zeigt einen entrollten Joint – auf dem entrollten Zigarettenpapier sieht man den Filter und etwas Marijuana.
Der Bodybuilder:
Urheber: Benjamin J. Falk (1853-1925), Wikimedia Commons
Lizenz: Gemeinfrei
Beschreibung: Auf dem Schwarz-Weiß-Bild sieht man Eugen Sandow (1867-1925), einem Bodybuilder der ersten Ära. Er sitzt auf einem Stuhl, mit knappem Sportoutfit und verschränkten Armen, die Muskeln sind deutlich zu sehen.
Das Festival:
Urheber: Wendy Wei, Pexels
Lizenz: Creative Commons Zero (CC0)
Man sieht eine
Die Brownies:
Urheber: Kshkt KttK, Pexels
Lizenz: Creative Commons Zero (CC0)
Der Permanentmarker:
Urheber: Justin Smith / J.smith, Wikimedia Commons
Lizenz: CC-By-SA-3.0
Man sieht die die Spitze einer Nahaufname eines schwarzen Permanentmarkers.
Der Zucker:
Urheber: Suzy Hazelwood, Pexels
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Ein großes Glasgefäß mit Zuckerwürfel, daneben ein kleiner Stapel mit Würfelzucker.
Die Apotheke:
Urheber: Concord, Wikimedia Commons
Lizenz: CC BY-SA 4.0 Deed
Die Vorderseite eines Apothekengeschäfts, das rote „A“ prominent in Szene gesetzt, dahinter eine Steinwand mit Glas.
Die Pillen (3x weiß, 2x schwarzrot):
Urheber: Würfel, Wikimedia Commons
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Eine Nahaufnahme zeigt sieben Pillen, drei weiße, zwei rot-schwarze und eine gelbe.
Das Kokain:
Urheber: Paravis, Wikimedia Commons
Lizenz: CC BY-SA 3.0 Deed
Eine Aufnahme eines braunen Fläschchens, Aufschrift ist in Englisch und sagt Kokainhydrochlorid, nur für medizinische Zwecke.
Die Zigaretten:
Urheber: Geierunited, Wikimedia Commons
Lizenz: CC BY-SA 3.0 Deed
Zwei handelsübliche Zigaretten auf einem Tisch.
Der Snus:
Urheber: Carl Lindström, Wikimedia Commons
Lizenz: Public Domain