Und immer noch gibt’s so viele Idioten, die in Wort und Schrift sinnlos rumkoten

Gar in den meisten Fällen kann man getrost weglassen, streichen, Deppenapostrophe, Anführungszeichen. Leider aber überfluten sie alle Schilder und Anzeigen und sind nicht mehr zu retten. So schwillt sie an, die Masse von sonderzeichenden Deppen.

Aber nein. Noch einmal zum Mitschreiben oder kostenlosen Mitnehmen, falls noch geistige Speicherressourcen vorhanden sind: Wenn man in einem Satz etwas in Anführungszeichen setzt und es kein Eigenname ist, wird der Sinn umgekehrt oder ironisch angehaucht. Für Beispiele einfach diesem Blog hier folgen, denn irgendwann wird es jeder kapieren. 😀

Bitte diese „korrekte“ Anwendung unterlassen.

Da hat aber jemand „Ahnung“ von der korrekten Anwendung gehabt. Bestimmt war das ein ganz „Fähiger“, der haufenweise „gute“ Noten im Fach Deutsch hatte.

Denn in jedem Grammarnazi steckt ein besserwisserischer Bazi

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Oh siehe da, was denn letztens meine geschulten Augen entdeckt haben:

Diese Rechtschreibkakerlake überlebt uns noch alle: Das Deppenapostroph.

Baguette richtig schreiben: [✓]
Mozzarella richtig schreiben: [✓]
Hawaii mit zwei „i“ schreiben: [✓]
Thunfisch mit „h“ schreiben: [✓]
Kein Deppenapostroph bei der Pluralbildung verwenden: [-]

Jawoll, der gute alte Deppenapostroph. Er will und will partout nicht aussterben. Komme was wolle, diese unkaputtbare Kakerlake aller Rechtschreibfehler überlebt jedes nukleare Proofreading. Das ist sogar so schlimm, dass man leserlich unzumutbare Ausfälle wie „H.Schinken“ übersehen mag und die eigentlich sehr schöne Font gar nicht wertschätzen kann.

Ich nehme natürlich alles zurück, wenn es sich bei dieser Auflistung um Kreationen von Herrn Toast handelt.

Und für jedes Wort, das kam zu schnelle, landete sicher die Maulschelle

Ah, Berufsschule! Berufsschule heißt Schule, und Schule heißt für mich seit der siebten Klasse, als mein unglaublich verfressenes Mundwerk so richtig lose wurde und außer dem Verlangen, stets Futter in die Luke geschoben zu bekommen, auch hier und da zur Abwechslung mal verbal Brauchbares produzierte: Innerer Clown hat Level 2: Klassenclown erreicht!

Unser Lehrer kam gerade etwas verspätet in den Unterricht und erklärte, er hätte noch etwas erledigen müssen. Irgendwelche Sachen bezüglich anstehendem Informationstag mussten noch besprochen und ausgedruckt werden, ebenso musste alles passend verteilt und im ganzen Schulhaus gut sichtbar aufgehängt werden.

Jedoch hatte es unsere Lehrkraft fatalerweise versäumt, es mit einer eindeutigen Formulierung anzugehen. Ich hingegen hatte es umso mehr nicht versäumt, eine solche Schwachstelle im Sturm anzugreifen. Immer griffbereit: Meine unglaublich treffsichere Lanze der Schwarzrhetorik. Wie ein stehendes Heer nur darauf wartend, sich auf einen Satzbaufehler, eine laue Formulierung oder Dergleichen zu stürzen und in die Weichteile stechen. Besonders dann, wenn sich eine Zwei- oder Dreideutigkeit oder Steilvorlage gibt.

Da heißt es nur noch: Marsch Marsch! 😀

Lehrer: „Ja, und die ganze Sache mit dem Aushang und dem Banner muss ich mit meinem Kollegen noch einmal abklären. Dann werden wir es angehen und ihn endlich aufhängen.“

Ich: „Wen aufhängen, den Kollegen?“

Ein Moment der Stille.

Dann die Erkenntnis: Alexander startled the Inevitability.

Und das Steinchen das trollt, wird zu einer Lawine, die rollt.

Nun, unglücklicherweise war das noch ein Lehrer der alten Schule. Sehr alten Schule. Quasi so alt, dass es noch nicht einmal ein Wort für diese Einrichtung gab. Somit spreche hier nicht von „alt“ wie „Ich bin eine betagte Lehrkraft, ich habe noch ein halbes Jahr zur Pension und dann folgt nach nie getaner Arbeit der gar noch gemütlichere Teil des Lebens“, sondern alt wie in „Wir wurden im frühen 18ten Jahrhundert geboren und mit Prügelstrafe aufgezogen, also geben wir das auch in bester Panzerhandschuhmanier und knirschender Kinnhakenmentalität weiter.

„Pretsch!“, rief er, kam auf mich zu und wollte mir eine Elitäre fotzen und meine Wenigkeit nach richtig alter Tradition komplett durchbackpfeifen. Damals wie heute leider nicht in Künste von Muay Thai oder eines Kame-hame-ha eingewiesen, endete es in einem kinoverdächtigen Rumgefuchtel in Gesichtshöhe, ehe meine Brille in hohem Bogen zwei Bänke weiterflog.

Lehrkraft uses Backpfeife!

Sehhilfe faints and flies away!

It’s super effective!

😀