Und es war ihm wohl so blunsn wie die Haare seiner Grunsn

Vorab und für welche, die nicht damit verdammt sind, im niedersten niedrigen Niederbayern zu wohnen und keinen Wortschatz wie ein Rottweiler besitzen: „etwas blunsn sein“ bedeutet „egal sein“ und „Grunsn“ ist die „crena ani / Ritze“. Aber keine Sorge, der Post geht diesbezüglich nicht weiter ins Detail. Dafür sinkt das Humorniveau in die nächste tiefe Spalte.

Also auch ein ganz kleines bissale pfui und sich auf der Rangliste der Bähigkeit knapp über dem Nasenborher platzierend, der sich an der Ampel mit seinem Finger im Löschhorn auf archaeologische Tiefengrabung begab und sein glibbriges Fundstück nach sekundenlanger Inspizierung wieder seinem Organismus auf dem oralen Wege zugeführt hatte, dürfte der Kassierer sein, den ich letztens hatte und bestaunen durfte.

Ich mein, während er darauf wartet, dass die dämliche Omakuh ihre 41 Taler kreuzerweise aus ihrem zerfetzten Portemonnaie der frühen 1820er Jahre sucht und auf den Tisch legt, bemerkt er abtasend mit der Zunge, dass das gepfefferte Saurierschnitzel von heute mittag noch zu knappen 74 Prozent in den Zwischenräumen der bezahnten Futterluke hängt.

Was er mit seiner Zunge begann, konnte er nicht mit derselbigen zu Ende führen. Daher versuchte er dann eben mit den Fingern nachzuhelfen. Es wird gehebelt, hantiert und gestochert, ehe er auch wirklich ein Ministückchen Fleisch zu Tage befördert. Welches er zuerst überlegend ansieht, um es dann zu verspeisen.

Pfui gack nein, welch ein Schwein. *grunz* Und das ist der Moment, wo es einem vor Ekel ruhig mal schütteln darf.

Natürlich, ja, es ist freilich jedem seine Sache. Jeder macht das. Und wer sagt das nicht, der lügt. Aber während in diesem gut besuchten Geschäft inkludierend mich selbst an der Kasse sechs Leute warten, bis die 170jährige ihr Geld abgezählt hat, ist bestimmt nicht der Augenblick, in welchem man so etwas machen kann.

Garantiert, dem wenn im Kino in der ersten Reihe die haarige Arschgrunsn zu jucken beginnt, steht er bestimmt auch auf und kratzt sich ganz ungeniert, bis die Schuppen dem Nebenmann in die Haare fliegen. *schrubb-schrubb-schrubb*

Vom Leben an der Ampel, dem nichtkassierenden Trampel und der geworfenen Eistruhe für die Ruhe

Die zwei langsamsten Dinge nicht nur von der Nachbarstadt**, sondern der kompletten nördlichen Hemisphäre sind definitiv die Ampelschaltungen bei der Kreuzung unten beim Stadtplatz und die Kassen beim größten Geschäft** dieser Stadt.

Ungelogen, wenn Du bei dieser Ampel bei Rot stehst, könntest Dir selbst zur Mittagszeit gemütlich einen Döner holen, im Drogeriegeschäft Großeinkauf machen, im Fitnessstudio weiter oben noch ein Workout hinlegen UND könntest mit einem dreikugeligen Eis mit Sahne zum Mitnehmen gemütlich nach unten schlendern und müsstest selbst *dann* noch so lange warten, dass Du noch bequem die Winterreifen aufziehen könntest – *nachdem* Du Dich noch über das aktuelle Kinoprogramm erkundigt und Geld von der Bank abgehoben hast.

Was die Kassen im großflächigsten Geschäft** angeht: Ganz anderes Thema, und HOLY FUCKING SHITBALLS, GET MY SHOTGUN.

Selbst wenn dort alle Kassen besetzt sind und sich jeweils eine Warteschlange von mindestens zehn Leuten bildet, scheint im biependen Bereich da vorne quasi nichts vonstatten zu gehen, was auch nur ansatzweise im Mindesten daran erinnert, dass soeben ein Kassiervorgang stattfindet.

Oder stattfinden sollte.

Da wird nicht nur zeitraubend nach den 480 erhätlichen Bonusscheißerein in Karten- und Punkteform gefragt, sondern noch ein kleines Pläuschchen gehalten, dass ich Lust hätte, die ganze Eistruhe zu meiner Rechten aus der Verankerung zu reißen und nach vorne zu werfen. Und fuck jetzt nochmal, wenn der Kunde zu dämlack ist, seine verschissene Sammlung an Bonuskack-Karten parat zu halten, ist der verdammte Trottel selbst schuld und braucht sie nicht. PUNKT.

Erst recht, wenn zwanzig andere dahinter vielleicht heute noch das Geschäft verlassen möchten und nicht den ganzen verfickten Tag Zeit haben, sich das affenschwafelnde Rumgestottere auf der Suche nach Cents anzuhören.

„Ich habs ament passend“, meint die eine fettquallige Dummgans.

Ich auch, als einer der aufstöhnenden sieben Kunden hinter Dir, und zwar eine 120-Stundenkilometer-Eistruhe voll auf die Zwölf. Blöde Kuh.

Und die nächste geworfene Eistruhe samt Inhalt ist für den, der ein Päckchen 50-Euro-Scheine im Portmoneau hat aber genau jetzt glaubt, seinen Betrag Cent. Für. Cent. Der Kassiererin hinlegen zu müssen. Und dann realisiert, dass er doch mit der Karte bezahlen muss. Deren PIN er erst falsch eingibt. Und dann doch darauf kommt, dass er ihn leider doch nicht weiß.

Ganz im Gegenteil sind die Lidl- und vor allem die Aldikassen, Hut ab. Da kann’s zugehen wie die grunzende Sau höchstpersönlich, die Zombies können draußen schon die Scheibe einschlagen und die Überlebenden kaufen noch schnell die Axt im Spezial-Apokalypse-Paket samt Molotov-Cocktails und Flammenwerfer. Juckt die einfach nicht, die kassieren in Rekordzeit.

Jedes Mal, wenn ich dort einkaufe, haben die Leute vor mir bereits ihre Einkaufswagen vollgeladen, die sich wie ewig sprudelnde Füllhörner auf das Warenband ergießen. Du gedenkst noch kurz warten zu müssen und drehst Dich um, weil einer hinter Dir laut gerülpst hat, doch schon bist Du an der Reihe (mit Bezahlen, nicht mit Rülpsen). Und bis ich da das bereitgehaltene Geld überhaupt überreichen kann, hat die schon fast mitgeholfen, meinen halben Warenkorb einzuräumen, alphabetisch zu sortieren und hat nebenbei eine Reklamation eines anderen Kunden angenommen und den Pfandautomaten ausgeleert.

Warum nicht immer so?

**Namen werden nicht ausgeschrieben, man will ja keine Klage bekommen.