In aller Sitte, eine Bitte, sonst gibt’s für jedes weit’re Like einen gutplatzierten Strike

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Advent Advent, das Hirn verbrennt? Erst keins, dann deins, dann meins, dann vier, dann roundhousekicke ich dich durch die Tür? Doch nein. Aber ja. Es hat wirklich den Anschein, dass die Leute nicht nur unter dem Jahr die Intelligenz einer dahinrostenden Mistgabel besitzen. Nein. Fürwahr nicht. Auch gegen Ende des Jahres ist es nicht anders. Gar schlimmer. Als würde jeder noch einmal mit Nachdruck versuchen, extra dämlich zu sein und die Negativbrillanz seines Niederintellektentums zur Schau zu stellen.

Das Tragische: Im Zeitalter des Digitalen ist das leider nur all zu leicht. Daher an dieser Stelle eine kleine freundliche Bitte, ja bescheidener Appell, den nicht nur ich selbst, sondern viele andere jeden Anfang Dezember aussprechen können:

An diejenigen in meiner Freundesliste, die stets die Posts von „Jeden Tag eine Verlosung“, „Mitmachen und gewinnen“, „Megagewinnspiel!“ und ähnlichen Spam-Advents-Gewinnscheißendrecksdingers liken und teilen: Könnt ihr verdammten Vollidioten diese Scheiße bitte mal unterlassen? Glaubt ihr wirklich, eine anonyme Seite ohne Impressum, Website oder reellen Angaben verschenkt und verlost Dinge wie Kameras, Fernseher und Fahrräder im Wert von mehreren tausend Euro? Für lau? Für einen einzelnen, simplen Klick und Kommentar, den ihr mit euren blöden imaginären Freunden und der ganzen Welt teilt?

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Von Millionenerbe, Standhaftigkeit, Models und Frühstücksfleisch

Wie mysteriös dreist das doch ist: Die Gesichtsheft-Werbung empfiehlt mir auf der rechten Seite neben dem Newsfeed ständig zwei Dutzend Datingseiten, wo zufällig, ja so ganz rein zufällig in meiner Region laut seriösem Profilbild halbnackte Topmodels in Doggystylestellung oder versehentlich herausgefallener Brust im Alter von 25 bis 29 Jahre ganz genau und *nur* auf mich warten, bis ich sie endlich anklicke.

Ooooder ich werde via Werbebanner stets gefragt, ob ich denn nicht auch interessiert wäre, mit einem ziemlich simplen, aber doch recht einfachen Trick mindestens, ja mindestens 3.000 Euro am Tag zu verdienen, so wie in etwa der dämlich grinsende Herr neben dem Lamborghini, dem Porsche oder dem Ferrari auf dem mit MS Paint zusammenkopierten Bild.

Wie vermisse ich doch die Zeiten, wo man noch seriöse eMails aus Afrika erhalten hat, wo ein ganz überraschend zum Millionär gewordener Prinz Akbaru mir die Hälfte seines Vermögens überlassen möchte, und ich müsse doch nur die Bankdaten schicken, der feine Herr würde sich um den Rest kümmern.

Und das alles nur, weil sich herausgestellt hat, dass ich weitschichtig mit der Tochter des Bruders der Nichte, deren Elektriker zwei Söhne hat, dessen Halbschwester wiederum des zweiten Sohnes aus erster Ehe wiederum gar nichts damit zu tun hat, aber die einen hervorragenden Kellner kennt, dessen verkrüppelter Stiefvater vor zehneinhalb Monaten einen Gärtner auf Minijobbasis angestellt hat – welcher, und das muss man sich echt mal vorstellen und auf der Zunge zergehen lassen, mich überhaupt nicht kennt! Aber mit mir verwandt ist. Und da es diesen Herrn eben die letzten Tage offensichtlich beim Scheißen gehen komplett zerlegt hat und bedauerlicherweise kein Testament geschrieben wurde, bin ich eben der einzige Erbe. Ja, so klein ist die Welt, nicht?

Oder die mindestens genau so seriösen Angebote via eMail, ob ich denn nicht interessiert wäre, meine Männlichkeit erstens um lächerliche 25 Zentimeter zu verlängern und zweitens die Standhaftigkeit dessen nicht nur zeitlich um vierzehn Stunden zu verbessern, sondern – wie eigentlich beworben – quasi gleich auf Dauerflaggenhissung umzustellen.

Was vermisse ich diese Zeiten. Spamming ist eben auch nicht mehr das, was es mal war. 😦