Auf das alles, was dem Menschen bleibe, der Gram sei und die Langeweile

Schon oft hatte ich geplant, eine Liste mit denjenigen Menschen und nervigen Dummindividuen zu machen, die mir am mächtigsten auf den Zylinder brunzen. Irgendwann hat sich herausgestellt, dass es relativ viele sind und ein einzelner Post beileibe nicht mehr genügt. Während ich vor längerer Zeit bereits für die typischen Fitnessstudio-Besucher und Verkehrsteilnehmer sowie für die Seniorchefin-Drachen einen Post erstellt habe, gibt es nun einen weiteren Post.

Genauer gesagt handelt dieser Post sogar von zwei Sonderposten der Gesellschaft: Dem Frührentner und dem Permanentgelangweilten. Wobei diese beide Kategorien oftmals so nahe beieinanderliegen, dass sie im Grunde schon zueinandergehören und sich dabei wenig nur genieren, sich heftigst auch zu penetrieren. Freilich gibt es auch recht chillige Artgenossen der knapp Hundertjährigen. In diesem Post ist aber insbesondere von den älteren Herrschaften die Rede, die im Grunde schon seit zwei Dekaden tot sind, es aber nicht einsehen wollen. Diejenigen Individuen, die ihre restlichen Tage nicht einfach genießen können, sondern ihr durch Langeweile bestimmtes Dasein auf Bänken und in S- und U-Bahnen fristen und sich über alles und jeden aufregen und alles anpöbeln, was atmet und in den Wirkungskreis ihrer kataraktgetrübten Linsen kommt. Und dabei noch denken, dass sie eine Extraportion Respekt verdient haben, nur weil sie alt sind.

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Und weil der Bayer nicht gern lange hadert, er den Fremden gleich komplett zulabert

Hauptsache sich nicht von seinem Standpunkt abbringen lassen, eh?

Da ist der Alexander nach einem zarten Beintraining noch kurz in der Sauna der lokalen Eisenschmiede, um sein Hüftgold eine Viertelstunde lang auf knapp neunzig Grad durchzudünsten. Er ist soweit alleine in der Sauna, als eine Gruppe Englischsprechender hereinkommt. Sicherlich Urlauber, wie die erste Vermutung nahelegt.

Keine Minute darauf kommt ein Ansäßiger herein, klatscht sein Handtuch neben dem ersten Engländer auf die Bank und sagt zu ihm in schönem gemütlichen Bayerisch, als wäre es sein urigster Kumpel und Busenfreund: „Mei, so was aber auch, da war vorher so a Gruppe Engländer bei der Theke und ich konnte kein Wort mit denen reden. Sprechen ja kein Deutsch! Mei wenn ich das gewüsst hätte! Dann hätte ich die davor gar nicht angeredet, sowas depperts aber auch!“

„Eh, I’m sorry, I don’t speak German!“ entgegnet ihm der Erste, nachdem der erste Satz des Bayern schon eine peinliche Stille verbreitete.

„Jaja, das ist es ja! Die konnten überhaupt kein Deutsch!“, fährt der Bayer unbeeindruckt wie unbeirrt seine Argumentation weiter und textet den Engländer komplett von oben nach unten zu. Ich glaube der Engländer hätte ein Südafrikaner sein können und mit Klicklauten der Xhosa-Sprache antworten können, es hätte nicht interessiert.

Für mich als stillen Beobachter hielt sich die Waage sehr standhaft zwischen dem Mitleid für den Engländer und dem Fremdschämen für den Bayer. Aber durchaus amüsant. 😀