Zwar braucht’s sie von keinem Bestimmten, dafür immer nur von hinten

Als ich letztens eine Frau beim Kunden gefragt habe, wie man ihr beim Tragen eines etwas unhandlicheren Gegenstandes über die Treppe am Besten helfen könne oder wie man denn anpacken solle, meinte sie, ich zitiere hier Wort für Wort und zu einhundert Prozent originalgetreu: „Immer von hinten. Wenn mich jemand fragt, sage ich immer von hinten.“

[wat.jpg] Und sie hat es auch genau so betont. Niemand kann mir weiß machen, dass sie nicht ganz genau gewusst hat, was sie gesagt hat. Aber was soll man(n) noch sagen? Eine Frau mit Prinzipien.

Weil vom Saufen Gesicht und Wampe schnell anschwellen und absterben auch Gehirnzellen

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Ich weiß ja nicht, wie es in anderen Ländern und Gegenden so ist, aber hier im nicht nur örtlich niedersten Bayern sind wir genau so, wie Deutschland und erst recht die restliche Welt uns sieht: wahrlich nicht ganz licht in den oberen Regionen, nur am Weißwürste zuzeln und Schwarzgeräucherten fressen sowie uns gummistiefelbesohlt auf irgendeinem Acker mit Schlamm besuhlen. Und, was das Wichtigste ist, wir sind grundsätzlich nur am Biermachen, Bierkaufen und Biersaufen. Hier dreht sich alles nur und einzig um diese ominöse Flüßigkeit.

Hopfen und Malz – gegärt erst reingelitert, dann knallt’s.

Freilich versuche ich als hier verdammter Landsmann, auch das Gute zu sehen. Somit nicht in Schubladen zu denken und mir in so manchem Augenblick lichter Hoffnung zu denken, dass hier ja nicht nicht alle eine Säuferleber haben können und ja ebenso nicht alle dem Bier verfallen sein können. Man ist ja schließlich kein kompletter Unmensch und will dem Menschen noch eine Chance geben.

Blondinen müssen daher nicht auch recht viel dümmer als andere Frauen sein, ein Mann ist nicht immer nur ein rülpsendes, unrasiertes und manierloses Schwein, ein Russe muss nicht immer Vodka wie Wasser trinken können und nicht jeder Chinese hat Wokerfahrung und fünf schwarze Gürtel. Sondern vier. Ähm, nein. Doch nein. Die Antwort ist leider nein, werte Leser. Die in die Menschheit gesteckte Hoffnung hat sich natürlich, wie zu erwarten war, nicht erfüllt. Gar wurde sie zerlegt, noch ehe sie gedeihen konnte. Und schon langsam habe ich die Kenntnis erlangt, dass es hier einfach keine Hoffnung mehr gibt. Noch nie gegeben hat. Wieso sollte auch. In Bayern gibt es nicht viele Brauereien, wir sind eine Brauerei. Wie habe ich auch nur ansatzweise je etwas anderes denken können, ich törichte fette Hummel von einem dummen Tor.

Der bittere Moment schaler Erkenntnis kam recht schnell. Nicht so schnell wie die volle Hose nach einem Niesanfall während einer Durchfallerkrankung auf dem Trampolin, aber immerhin doch schon recht flott. Denn gerade, als ich schon dachte, dass hier vielleicht nicht jeder fettwamperte Hosenträgerträger mit Schnupftabak im aufgedunsenen Teiggesicht täglich mehr Liter an Bier säuft als andere Wasser zum Baden brauchen, durfte ich Zeuge eines Gesprächs zwischen zwei schon recht gut hochgelevelten Bierdimpfen werden.

„Ach, und wegen der Feier am Samstag – wir müssen noch das 50-Liter-Fass Bier bei der Brauerei bestellen!“
„Ge, nur ein 50-Liter-Fass? Das sind ja nur zwei-ein-halb Kästen pro Person. Ich will ja nicht nach drei, vier Stunden schon wieder durstig heimgehen müssen. Zumal die anderen ja auch was trinken!“

Zu allererst bemerkens-, beneidens- und bemittleidenswert, wie schnell er doch das Bier-Ein-mal-Eins parat hatte, während er nicht mal in der Lage war, nach dem Brunzen seinen verdammten Hosenstall zuzumachen. Fünfzig Liter, das sind zwei-ein-halb Kästen. Richtig. Ich selbst hätte auf Anhieb gar nicht sagen können, wie viele Flaschen ein Kasten hat. Hashtag ungebildet. Zum Zweiten: Ja. Richtig gelesen. Und somit Punkt Nummero Drei: Nein, das war kein Scherz seinerseits. Denn während er sich eine Brise Handvoll Schnupftabak in seine aufgeblähten Nüstern schob, die Weißwurst auszuzelte, sich dann ganz ungeniert am Sack kratzte und so laut rülpste, dass es die Krähe vier Meter weiter bewußtlos vom Baum runterdrehte, verzog er keine Miene.

Dafür verzog sich auch der letzte Funke Glauben an das hier ansässige, niedere Volk.

Willkommen in Bayern. Während woanders Milch und Honig fließen und es sich gut leben lässt, fließt bei uns nur der süße Senf für die Weißwurst und das Bier die Kehlen hinunter. Hier wird der Seelenfrieden einzig nur gemessen, an der Wampe und am Fressen. Denn hier ist es Sinn und nur das Beste, auf dass man sich auch kräftig mäste. Und wenn einmal kein Feste ist, man eben anderswo nur sauft und frisst. Amen.

Ich bin kein Bayer, holt mich hier raus!

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Das Bierbild:

Und jeder hier wird gut gepflegt, erst an die Wand gestellt, dann umgelegt

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Eigentlich braucht man den Post hier gar nicht ganz lesen, weil das komplette kreative Potenzial bereits für die Überschrift draufgegangen ist. Außer natürlich man besitzt die mit Dreistigkeit gepaarte Langeweile, weiterzulesen. Dann aber meine Garantie, dass es nur schlechter und billiger wird. Aber man ist es von der Bratwurst ja nicht anders gewöhnt, eh?

Dennoch. So ein sinnloses Talent für die Sprache kann schon manchmal Vorteile haben. Zwar keine finanziellen, existenziellen oder anderweitig ansatzweise Brauchbaren, dafür kann man aber zumindest Eines immer verdammt gut: Dumm daherreden. Und würde ich für jedes schlechte Wortspiel und jeden einzelnen Wortdreher neben den verständnislosen Blicken auch nur einen einzigen Cent bekommen, ich könnte mir nicht einmal den Honig für mein Käsebrot kaufen. Weil ich da schließlich viele schlechte Witze machen müsste, und selbst einhundert Stück nur knapp ein Euro sind und das nicht einmal für den Honig reicht. Also. Was soll schon die Rechnerei.

Da ist es wie mit vielen Dingen bei mir, von zwei linken fleischigen Händen (alles Daumen) bis hin zum dummen Geschau. Bringt nicht viel, habe ich aber. Zumindest kann ich mich wie ein Level-91-Grammarnazi auf jeden Rechtschreibfehler stürzen und dem anderen jede Silbe im Mund umdrehen, alles zweideutig sehen und so interpretieren, dass es mir selbst passt und die Langeweile in meinen Geist für eine Nanosekunde vertreibt. Vorteil für mich oder irgendwem: Keiner. Nachteil für die anderen: Mein dämliches Mundwerk muss man nach meinem Tod extra mit der Rohrzange erschlagen.

Unangebracht für Humantransport, wenngleich der Aufgabe dienlich: Schubkarre.

Wie komme ich also dazu, diesen Post zu verfassen? Nun, bei einer damals ausgeführten Arbeitsstelle war ich unter anderem für den Transport von lebendigen Menschen zuständig. Manchmal wurde ich sogar dafür bezahlt, selbst wenn mancher Angehörige dabei einen zarten Kick in die Kronjuwelen abbekommen hat. Im Detail bestand mein Tätigkeitsbereich darin, die Fracht liegend oder im Rollstuhl sitzend von zuhause abzuholen und in das Krankenhaus oder in die Arztpraxis zu bringen.

Freilich kann man dann nicht einfach wie mit einer Schubkarre in die Praxis reinfahren, Patienten wie eine Ladung Heu auf Boden abwerfen und wieder fahren. Nein. Denn das schmälert nicht nur das Trinkgeld, das degradiert auch etwas das Image meines geschätzten Arbeitgebers. Somit muss man erst anmelden und erfragen, wo man denn Herrn oder die Frau platzieren darf und soll. Und nachdem ich nun fünf sinnlose Absätze geschrieben habe, komme ich flugs zum Eigentlichen:

„Wo soll denn der Herr X hinkommen? In den Behandlungsraum oder ins Bett?“
„Könnt ihr den Herrn X bitte gleich auf das Bett umlegen?“
„Ok, dann legen wir ihn um.“
Siehe auch die Zweitvariante: „Ok, dann machen wir ins Bett.“

„Wo sollen wir den Herrn X mit dem Rollstuhl hinstellen? Ins Wartezimmer?“
„Nein, es reicht, wenn ihr ihn nur in den zweiten Wartebereich zur Wand stellt.“
„Ok, dann stellen wir ihn an die Wand.“

„In welches Zimmer sollen wir den Herrn X bringen?“
„In Zimmer Zwei, das ist am Ende des Ganges links.“
„Ok, dann bringen wir ihn um die Ecke.“

„Herr X lässt fragen ob es für die Behandlung notwendig, dass er liegt oder ob er sitzenbleiben kann.“
„Nein, bitte legt ihn auf die Liege, das Kopfteil muss ganz flach sein.“
„Ok, dann legen wir ihn flach.“

Bildquelle:
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