Hopfen und Malz? Bier her, sonst knallt’s!

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Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert. Daher vergeude niemals einen Tropfen dieses ach so holden Hopfen. Oder, wie es in den nicht nicht nur geistig unteren Breitengraden so schön heißt: Bist‘ schon voll vom vielen Fressen, hilft nur noch Saufen und Reinpressen.

Schließlich sind wir einfaches Bayernvolk nicht nur unglaublich geizig und zuwiderbrüchlich widersprüchlich, nein, wir sind zudem auch noch (und einzig nur!) im Fressen und Saufen die Besten. Eben die bayerische Dreifaltigkeit. Fressen, Saufen, bescheuert sein.

Und wie bekommt man so eine Lebenseinstellung gelehrt? Ungefähr so leicht, wie man eine Bierflasche geleert bekommt. Hoch den Stutzen, Glas leer putzen! Denn nur beim Exen kann der dickwanstige Unterbayer auch gewährleisten, keinen einzigen, noch so kleinen Tropfen des ach so holden Lebenssaftes zu verschwenden. Wäre ja ein Unding, eh?

Doch Ausnahmen bestätigen die Regel, wie ich es selbst mehr oder weniger hautnah mitbekommen habe. Denn natürlich bin ich dazu verdammt, in einem der hinterletzten Orte zu wohnen, die es gerade noch geschafft haben, nicht der Einfachheit halber nur Misthaufen #8 an der Güllegrube links genannt zu werden. Und wenn dieses räudige Kuhkaff hier nicht so ein versoffenes, vom Dummbauerntum geschwängertes Ogerdorf wäre, hätte ich niemals diesen Artikel verfassen können.

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Sparsamkeit ist eine Zier, darum rotz ich auf die Scheibe dir

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So, Lungentorpedo laden und hochziehen!
So, Lungentorpedo laden und hochziehen!

Du weißt, dass jemand als Kind die Sparsamkeit wahrscheinlich mit sauber knallenden Genick-watschen und ament ein, zwei Kinnhaken eingebleut bekommen hat, wenn du mit jemandem mitfährst und dieser jemand regelmäßig am Rastplatz hält, um das plattgeflunderte Fliegengetier von der Windschutzscheibe mit Spucke und Taschentuch wegzurubbeln.

Die Frage, warum nicht einfach die vorgesehene Vorrichtung namens Scheibenwischer verwendet wird, wurde mit der Antwort gekontert, da dabei ja Scheibenwasser verbraucht werden würde. Zudem würde es eh bald regnen und bei der letzten Inspektion vor einem Monat wurde das Auto ohnehin gewaschen.

Mit Rotz zum Trotz, denn mit Saliva putzt es sich bekanntlich wunderbar. Aber so sind sie, die Alten, die Senilen, die Geizkragen und die Pfennigfuchser. Zudem: Wer kennt nicht den alten Schlager von Speier Sturzflug, in welchem eine Zeile unter anderem „Ja ja jetzt wird wieder auf die Scheibe gespuckt“ lautet? Oder auch der Klassiker „Eine neue Fliege ist wie ein neues Kleben“? Unvergessen wie Muttis Spuckreinigungsmittel, wenn man als Kind dreckig war. All dies bleibt unvergessen wie das rotzende, rubbelnde und quietschende Erlebnis, welchem ich im Fünf-Minuten-Takt beiwohnen durfte.

Bildquelle:
https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AAlfa_Romeo_Montreal_(9270819085).jpg, von Vetatur Fumare (Alfa Romeo Montreal) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)%5D, via Wikimedia Commons

Erst schreien die Innereien, dann tönt die Operette der Rosette, ehe Menschen erblinden und verschwinden

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Diese feine Komposition des Todes hat sich letztens mein Kollege zur Brotzeit genehmigt:

Auf die Blähung, fertig, los!

Nun, was soll man dazu noch sagen, außer „Oleck“? Ich bin ja selbst schon eine ziemliche kulinarische Wildsau, aber irgendwann stößt auch das Grunzen dieser Sau an ihre Grenzen. Spätestens dann, wenn ohnehin schon berühmt-berüchtigtes Trockenobst mit Schlagsahne gemischt wird. Das ist, als würde man … ja, wie soll ich das beschreiben? Wenn man einmal das Nonplusultra erreicht hat, kann sich da wirklich noch recht viel ändern und ist da noch Luft noch oben hin? Ament ändert sich höchstens die Duftnote samt Feedback von „Jawohl, lieber Kollege, das war schon etwas bitter hantig, sanft im Abgang, bissig im Bukett. So mögen wir die beschlagenen Fenster denn öffnen, auf dass wir auch morgen noch leben“ auf „Ja scheiß doch die Wand an, du stinkende räudige Drecksau! Bist du am Verfaulen oder was!“

Das galt es herauszufinden. Auf die harte Tour. Da kann man nur hoffen, dass er wie der andere Kollege so viel Menschlichkeit besitzt und das Auto verlässt, wenn die Hölle losbricht und wir alle sterben müssen. Ansonsten würde es wie in der Szene aus dem guten alten 1980er-Film Big Trouble in Little China enden, in der es schon sehr realitätsnah dargestellt wird.

Wer ansonsten allers grausamst verenden würde, wenn ich mir das zur Brotzeit genehmigen würde:
[✔] Ich und meine Innereien
[✔] Alles Lebende und Atmende im Umkreis von neun Meter
[✔] Das Ozonloch
[✔] Der Putz an den Wänden

Eigentlich ist es ja noch verwunderlich, dass er das nicht noch mit Sauerkrautsaft, Pumpernickel und Buttermilch abgeschmeckt hat. Egal wäre es gewesen, denn wenn der Tod ohnehin schon an die Tür klopft, durch die Spalten und Nischen kriecht und langsam die Nasenhaare versengt, hilft das Verstecken auch nicht mehr viel.

Da kann man nur noch mutig wegschnaufen, sich die Tränen verbeißen und ganz, ganz tapfer sein.