Vorbei fuhr er mit lautem Tönen, und durfte dafür gleich auch kräftig löhnen

Na, das hat sich sicher gelohnt.

Da fährt man von Regen nach Zwiesel, ehe man nach der Ausbaustrecke vor Schweinhütt plötzlich einen Mofafahrer vor sich hat. Also tuckert man hinterher. Weil, macht mir nichts aus. Weil, durchgezogener Mittelstreifen. Weil, Kurven. Weil zudem unübersichtlich wie Sau und ich generell nicht überhole, wenn ich nicht hundertprozentig weiß, dass ich es nicht schaffe, ohne jemanden leicht mit dem Spiegel, dem Unterboden oder mindestens drei Reifen zu touchieren. Egal, ob es sich um eine alte Oma oder sonst wen handelt. Als Verfasser des offiziellen inoffiziellen Knigge für alle Verkehrsteilnehmer weiß ich schließlich, auf was es ankommt.

Folglich ist es mir egal, wie lange ich hinterher fahren muss. Da gehe ich auch keinen Kompromiss ein. Also folge ich gemütlich dem Verkehrsteilnehmer vor mir mit rasenden 25 Stundenkilometern. Merklich und im Sekundentakt vergrößert sich die blecherne Schlange hinter mir. Im kommenden Kuhdorf namens Schweinhütt ergibt sich leider auch keine Überholchance, weil die Taktung des Gegenverkehrs es unmöglich macht. Ungefähr auf Höhe des Steinmetzes, wo sich die Abbiegespur und gestreifte Zone befinden (der Zielpunkt in der Google Map unten, Ranzoomen!), löst sich ein Autofahrer samt – obacht – seinem Auto aus der Schlange hinter mir, prescht trotz Gegenverkehr wild hupend vorbei, schneidet mich samt Mofafahrer und zieht dann von dannen, um nie wieder gesehen zu werden.

Dachte er zumindest. Weiter geht’s nach der Karte. Außer man schließt jetzt den Tab. Es ist Deine freie Entscheidung! Wähle weise.

Nur blöd, dass sich vier oder fünf Autos weiter hinter eine Polizeistreife befand. Welche sich dann auch doch recht zügig aus der Schlange löste, um nach Verlassen der Orkschaft Schweinhütt den netten Fahrer kurz vor Zwiesel rechts ranzuholen.

Ré­su­mé:

  • Überholen trotz Überholverbot
  • Überfahren der kompletten gestreiften Zone
  • Nötigung weil Hupen
  • Schneiden und Überholen trotz Gegenverkehr und durchgezogenem Streifens

Die herausgeholten drei Sekunden haben sich ganz ganz sicher sehr gelohnt. Zumal der Mofafahrer nach zehn weiteren Metern in den Parkplatz eingebogen ist.

Aber nein. Volldepp, elendiger. Leute wie diese gehören mit einer Nagelsperre aufgehalten. Und zwar noch bevor sie in das Auto steigen, in Gesichtshöhe und von einem Katapult abgefeuert. Dachte der Affe vielleicht, ich fahre zum Spaß 25 in der 70er Zone?