Mit so viel Kraft beim Spritzen, drang es in Nase, Mund, ja alle Ritzen

„Bäm Oida!“ – Wer weiß, was das ist? Ich weiß es jetzt, beziehungsweise kenne ich nach dem heutigen Tag die Definition davon.

Alles begann ganz friedlich an einem dienstfreien Montagmorgen. Wie üblich an einem solchen Tag, stehe ich meist zwischen vier und fünf Uhr auf, um etwas an meinem Werk zu schreiben. Nach einem ausgiebigen Frühstück gegen acht Uhr packe ich dann meine Sachen, um in die örtliche Eisenschmiede zu reisen und meine degenerierten Gliedmaße etwas mit Sauerstoff und Blut zu versorgen.

Wie üblich bei der Heimreise via Auto, öffne ich die Fenster. Mein zwei-und-zwanzig Jahre altes kleines Töftöf verfügt leider über keine besonders gute Dichtung oder nenneswerte Heizung, aus welchem Grund die Scheiben im Winter beschlagen, sobald ich in das Auto einsteige und meine Sportsachen in den Kofferraum lade (äh, in umgekehrter Reihenfolge versteht sich, nicht gleichzeitig). Schließlich war ich nach dem ausgiebigen Workout zwanzig Minuten in der Sauna. Daher: Viel warme Feuchtigkeit in Handtüchern und Kleidung. Das alles samt mir als massive Wuchtbrumme in einem eisigen Auto, welches zwei-ein-halb Stunden bei frostigen Temperaturen am Parkplatz gestanden ist.

Instant Scheibenbeschlaging sozusagen.

Auf dem Nachhauseweg sind die Fenster also offen, weil ich selbst zu allem Überdruss nach einem Saunabesuch dampfe wie ein erregtes Atomkraftwerk auf zwei Uhr. Und ich mich einzig aus dem Grund nicht nackig in mein Auto setzen mag, weil die Menschen dann immer anfangen zu schreien. Nun, zurück zum Geschehen: Die Landstraße führt mich Richtung nach Hause und ich sehe den Winterdienst mit auf der Straße schabender Schaufel mir entgegen kommen.

In einem dämmernden, kurzen Augenblick der Geistesgegenwärtigkeit denke ich noch „Ja hoi und geleck, der spritzt das Zeug aber ganz schön hoch!“

Wie so oft im Leben entscheidet nur eine einzige Sekunde darüber, ob man mit einem blauen Auge davon kommt oder richtig was auf die Fresse bekommt. Freilich würde ich diesen Post nicht verfassen, wäre ich nicht erneut und wieder einmal zu langsam im Leben gewesen. Setzen, Sechs, äh, ja, hm, wie heißt der verdammte fette Krüppel mit der Brille, dem Schielblick und der Fresse zum Einschlagen gleich noch da hinten, ach ja, Alexander P., ich selbst. Danke. Fast vergessen.

Der Winterdienst kam mit guten sechzig Stundenkilometern entgegen, was sich mit meinen achtzig Stundenkilometern kombinierte. SPROTZ tat es, als der Matsch mir wie ein Sprengsatz ins Gesicht sprang und meinem Autoinnenraum eine neue Verzierung spendierte. In meinem Fall hatte ich das Gefühl, als hätte man mir mit einem Torpfosten samt dranhängenden Tor und vier Rasengittersteinen eine freiweg und ohne direkte Umweg ins Gesicht geballert.

Ich denke wenn ich den Kopf komplett rausgehalten hätte, damit mir die Schaufel gleich den Schädel weggerissen hätte, es wäre rein vom subjektiven Empfinden auf das Gleiche hinausgekommen.

Somit: Bäm Oida. Einfach nur noch bäm, Oida.

Oder aber es war die Rache für diesen Post letztens. Wer weiß.