Vom Leben an der Ampel, dem nichtkassierenden Trampel und der geworfenen Eistruhe für die Ruhe

Die zwei langsamsten Dinge nicht nur von der Nachbarstadt**, sondern der kompletten nördlichen Hemisphäre sind definitiv die Ampelschaltungen bei der Kreuzung unten beim Stadtplatz und die Kassen beim größten Geschäft** dieser Stadt.

Ungelogen, wenn Du bei dieser Ampel bei Rot stehst, könntest Dir selbst zur Mittagszeit gemütlich einen Döner holen, im Drogeriegeschäft Großeinkauf machen, im Fitnessstudio weiter oben noch ein Workout hinlegen UND könntest mit einem dreikugeligen Eis mit Sahne zum Mitnehmen gemütlich nach unten schlendern und müsstest selbst *dann* noch so lange warten, dass Du noch bequem die Winterreifen aufziehen könntest – *nachdem* Du Dich noch über das aktuelle Kinoprogramm erkundigt und Geld von der Bank abgehoben hast.

Was die Kassen im großflächigsten Geschäft** angeht: Ganz anderes Thema, und HOLY FUCKING SHITBALLS, GET MY SHOTGUN.

Selbst wenn dort alle Kassen besetzt sind und sich jeweils eine Warteschlange von mindestens zehn Leuten bildet, scheint im biependen Bereich da vorne quasi nichts vonstatten zu gehen, was auch nur ansatzweise im Mindesten daran erinnert, dass soeben ein Kassiervorgang stattfindet.

Oder stattfinden sollte.

Da wird nicht nur zeitraubend nach den 480 erhätlichen Bonusscheißerein in Karten- und Punkteform gefragt, sondern noch ein kleines Pläuschchen gehalten, dass ich Lust hätte, die ganze Eistruhe zu meiner Rechten aus der Verankerung zu reißen und nach vorne zu werfen. Und fuck jetzt nochmal, wenn der Kunde zu dämlack ist, seine verschissene Sammlung an Bonuskack-Karten parat zu halten, ist der verdammte Trottel selbst schuld und braucht sie nicht. PUNKT.

Erst recht, wenn zwanzig andere dahinter vielleicht heute noch das Geschäft verlassen möchten und nicht den ganzen verfickten Tag Zeit haben, sich das affenschwafelnde Rumgestottere auf der Suche nach Cents anzuhören.

„Ich habs ament passend“, meint die eine fettquallige Dummgans.

Ich auch, als einer der aufstöhnenden sieben Kunden hinter Dir, und zwar eine 120-Stundenkilometer-Eistruhe voll auf die Zwölf. Blöde Kuh.

Und die nächste geworfene Eistruhe samt Inhalt ist für den, der ein Päckchen 50-Euro-Scheine im Portmoneau hat aber genau jetzt glaubt, seinen Betrag Cent. Für. Cent. Der Kassiererin hinlegen zu müssen. Und dann realisiert, dass er doch mit der Karte bezahlen muss. Deren PIN er erst falsch eingibt. Und dann doch darauf kommt, dass er ihn leider doch nicht weiß.

Ganz im Gegenteil sind die Lidl- und vor allem die Aldikassen, Hut ab. Da kann’s zugehen wie die grunzende Sau höchstpersönlich, die Zombies können draußen schon die Scheibe einschlagen und die Überlebenden kaufen noch schnell die Axt im Spezial-Apokalypse-Paket samt Molotov-Cocktails und Flammenwerfer. Juckt die einfach nicht, die kassieren in Rekordzeit.

Jedes Mal, wenn ich dort einkaufe, haben die Leute vor mir bereits ihre Einkaufswagen vollgeladen, die sich wie ewig sprudelnde Füllhörner auf das Warenband ergießen. Du gedenkst noch kurz warten zu müssen und drehst Dich um, weil einer hinter Dir laut gerülpst hat, doch schon bist Du an der Reihe (mit Bezahlen, nicht mit Rülpsen). Und bis ich da das bereitgehaltene Geld überhaupt überreichen kann, hat die schon fast mitgeholfen, meinen halben Warenkorb einzuräumen, alphabetisch zu sortieren und hat nebenbei eine Reklamation eines anderen Kunden angenommen und den Pfandautomaten ausgeleert.

Warum nicht immer so?

**Namen werden nicht ausgeschrieben, man will ja keine Klage bekommen.