Zur Erinnerung an die Etikette, brauchts nur a Watschn, und zwar a Fette

Wahrlich, irgendwann bestelle ich mir beim Schiffereibedarf ein einzelnes Paddel, verstärke es mit Eisenriemen, beschrifte es dezent mit „Zarte Etikettenerinnerung 2.0“ und trage es stets bei mir.

Denn: Ich würde es im Kampf gegen die intellektuelle Degenerierung und mangelnde Tugendhaftigkeit unser humanoiden Rasse tagtäglich brauchen. Gar würde ich jeden Tag ein neues bauen müssen, weil’s selbst ein verstärktes Paddel bis spätestens zum Mittag in tausend Splitter zerlegt hätte.

Ich mein, da bringt man einen körperlich stark beeinträchtigten Menschen im Rollstuhl zum Doktor, der sich (natürlich!) im obersten Stockwerk befindet. Dieses Problem ist jedoch nur sekundärer Natur und minimaler Teil, vielleicht marginaler Katalysator des Problems, denn ein Fahrstuhl ist vorhanden. Also lokalisiert man erwähnten Fahrstuhl und stellt sich zu der Traube aus fünf Leuten, die davor bereits darauf wartet. Ebenso erblickt die Traube uns.

Gut, Sichtkontakt wurde hergestellt, es dürfte die Sachlage somit klar sein. Richtig? Falsch.

*ding* macht es, der Fahrstuhl kommt, und alle steigen ein. Alle? Nein. Wir nicht. Denn nein, da kam freilich kein einziger dieser kerngesunden, gehfähigen Arschlochkrüppel auf die Idee, vielleicht Mal die Tür aufzuhalten, den Kranken vorzulassen oder gar ihre seidenanzugummantelten, schweinersfetten Level-10-Bierwänste mal bisschen einzuziehen. Oder gar mal ansatzweise daran zu denken, dass man nicht alleine auf der Welt ist. Ja lachen sogar noch, diese dummgehobelten Saudeppbazillen, weil der Kranke halt jetzt, mei wie lustig, gell, den Fahrstuhl verpasst hat und erneut zehn Minuten darauf warten muss.

Doch dem nicht genug: Denn der gleiche Scheißrotz ist grund.sätz.lich in anderen Einrichtungen zu erleben: Gut die Hälfte der Zeit ist der Fahrstuhl von jungen Leuten besetzt, die absolut keine körperliche Einschränkung besitzen, additional im Gegenzug aber auch viel zu bequem sind, ihren ohnehin viel zu fetten Dreckskadaver samt zugehörigem Mochsengesicht (Mensch + Ochse = Mochse) auch nur ein einziges Stockwerk höher oder tiefer zu wuchten, wo sie sich ohnehin nur in der Kantine ihre dämliche Fresse vollladen würden.

Wie schön, hätte ich an diesem Tag ein Paddel zur Hand gehabt. Mal kurz in die Runde geblickt, freundlich genickt, kurz gelächelt, dann abwägend pi-mal-Daumen die Höhe justiert, Schwung geholt, einmal kräftig die komplette Truppe durchgeknallt und schoooon ist da Platz im Fahrstuhl und die Etikette wieder ins Gedächtnis gerufen. Und ach, wie gerne würde ich danach eines dieser dämlichen „Warum?“s vernehmen, denn die zweite Runde für saudumme Fragen geht stets aufs Haus – zudem misst sich die die Härte der Schläge von Runde #2 nach dem Motto „Doppelt oder nichts!“

Aber nein, ehrlich jetzt, SO einen Hals könnte man da kriegen… *mit fingern „so“ mach* 😀

Und weil das nicht genügte, saß in dem kleinen öffentlichen Treppenhaus gleich neben dem Fahrstuhl irgendso ein scheißdämliches Hackgesicht und paffte sich gemütlich eine Zigarette. Weil, ist ja nur ein Ärztehaus, weil, ist ja nur im Inneren eines öffentlichen Gebäudes. Oder der, der gleich danach kam, mit Pyjama und Ledermantel darüber (!) bekleidet, leerte zuerst seine restliche Tüte Haribo Primavera Erdbeeren, torkelte dann aus dem Eingang, gurgelte alles Grüne von seiner Gurgel bis zum Himmalaya hoch und rotzte das grapefruitgroße Resultat direkt vor die Türe.

Normal sollte es man mit solchen Menschen Orks machen wie mit Katzen -> Gesicht auf den Boden und seine Hinterlassenschaft mit den Worten „Pfui! Pfui! Pfui!“ wieder aufwischen und bei der Gelegenheit gleich den Teer polieren. Ich mein, wo sind wir denn hier? In der Anarchieabteilung der Etikettenlosigkeit?

Echt jetzt! Ich könnte mir an manchen Tagen ein ganzes Wasserrad mit solchen Paddeln de la Etiquette zum Pausenbrot dazupacken und ich käme wohl nicht einmal bis zum Nachmittagskaffee damit durch.