Die Probleme der Welt in einer Nussschale… oder zugeschissenen Windel.

Eh, nach langer Zeit und einem kleinen Vorschaden vom letzten Mal schaltete ich die Tage versehentlich im Auto das Radio ein. Und oh, wie unerwartet, schon hat’s mich wieder mal eine mittlere dreistellige Anzahl kostbarer Gehirnzellen gekostet.

Da veranstaltete dieser eine gelangweilte, dauerlabernde Kacksender aufgrund stets überfüllter Schwarzkonten (Altruismus wird’s wohl kaum sein) wieder mal das quotengeile Getue, man solle doch seine Rechnung einschicken, die würde dann bezahlt werden.

Weil, es gibt ja keinerlei bedürftige Menschen auf dieser ganzen Welt; es hat absolut jeder hier auf Erden genug zu essen, sauberes Trinkwasser ist für jeden zugänglich, ausreichend medizinische Versorgung ist ohnehin weltweiter Standard und so etwas wie Armut und Hungersnot ist quasi seit Jahrhunderten nicht mehr präsent, aus welchem Grund man sich eben dazu entscheidet, den normalen Idioten da draußen ihre Winterreifen für das Drittauto, eine ihrer fünf jährlichen Urlaubsreisen oder sonstigen sinnlosen Scheißdreck zu bezahlen, den sie finanziell ohnehin selbst stemmen könnten.

Wie dem auch sei, der Sender bezahlte an diesem Tag einer Familie mit Kindern einen Jahresvorrat an Windeln, so wie sich das anhörte. Es dauerte wohl keine Minute, als bei dem Sender eine Vertreterin der „Gemeinschaft Besitzer komplett zugeschissener Wohnungen e.V.“ oder so ähnlich anrief, die ganz erbost war, denn sie vertrete ja die (natürlich einzig richtige) Ansicht, man solle Kinder ohne Windeln aufziehen. Und sie hätte auch schon zwei Kinder damit groß gezogen. (Während man sich fragt, ob diese Dame zu dieser einen bestimmten Zeit im Monat auch eher „ohne“ rumläuft.)

And that was the moment where the shit hit the fan.

Freilich brach darauf hin natürlich die Diskussion und ein halber Shitstorm los, die Leitung glühte, weil jeder siebengescheite Affenkopf dort anrief, um auch seine nichtige Kackmeinung zu dem Thema mit abzuwursten. Ob nun für die Windel, gegen die Windel, Scheißdreck hin, Scheißdreck her, bis komplett an die Zimmerdecke zugeschissen oder doch nur flüssig durch den Türspalt weggespült – jeder muss seinen Senf dazu abgeben. Egal ob da Rotzinger Sepp, d’Brunzbauer Micha, da Oschgrunsn Dane, da Fotznhuaba Wiggal oder jeder andere weißbrotfressende und gummistiefeltragende Hintervolldepp aus Oberscheißkackingen – ja sie alle haben die Hartz-IV-Idiotenhotline wohl schon in der Schnellwahl im Handy eingespeichert und in ihrem Dasein nichts Besseres zu tun, als wertvolle zeitliche und energetische Ressourcen dazu zu verwenden, kostbaren Sauerstoff zu verschwenden und sich an der Diskussion zu beteiligen.

Da fragt man sich doch echt, ob die Welt nicht andere, oder vielleicht gar größere Probleme hat, denen wir uns widmen könnten als die, die in eine Windel (oder aufs Sofa) passen.

Aber nein, offensichtlich nicht.

PS: Und ja, ich bin mir durchaus der gewissen Ironie bewusst, dass ich auch meine Energie in etwas anderes hätte stecken können als diesen Post zu verfassen. Aber was raus muss, dass muss raus. Nur gut, dass ich im Gegensatz zu der Frau da oben ein Auffangbecken für meine Ergüsse habe und nicht der Esstisch, der Hausflur oder gar der Kronleuchter herhalten muss. 😀