Und da schiebt sie weiter voller Wonne, diese Ausgeburt von fetter Tonne

Und jedes Mal, wenn ich Samstagmorgen gemütlich einkaufe, das gleiche Schauspiel.

Da ich selbst sehr vorbildlich bin und meine Pfandflaschen regelmäßig, ergo in kleinen Portionen abgebe, habe ich am meinem zum Einkaufssamstag beförderten dienstfreien Samstag auch nur zwei, drei, ament fünf Pfandflascherl zum Abgeben. Aber jedes Mal – es ist wohl das elfte Gebot von dem rotzbesoffenen Dorfdeppen da ganz oben – steht irgendeine fette Hartz-IV-Tonne vor mir am Pfandautomat. Neben ihr: Ein ungefähr vierzig Kubikmeter großer Müllsack mit viertausend Pfandflaschen.

Und freilich, was würde die intelligenzgeminderte Elephantengrazie auch anderes in sich reinschütten, gibt es nur zwei diverse Typen von Flaschen: Bier (freilich das grindige Plastikflaschenbier) und grässlich schmeckende Billig-Cola, selbstverständlich aber nicht die zuckerlose Variante. Und das abwechselnd. Bier. Cola. Bier. Cola. Bier. Cola.

In diesem Augenblick habe ich aber bereits, man will es kaum glauben, schon Level 2 dieses Kampfes erreicht. Level 1 ist nämlich die Unfähigkeit der Person, den Bier(natürlich!)kasten richtig in die Aufnahme einzugeben. Bestimmt, weil man aufgrund der Breite des Aufnahmeschlitzes nicht von selbst darauf kommen kann und nur in halb leuchtenden Großbuchstaben KASTEN BITTE NUR LÄNGS EINFÜHREN! dort steht.

Immerhin, sie brauchte auch nur knappe vier Versuche, den Kasten richtig in die Aufnahme zu geben. Von der Tatsache, dass sich vier falsche Flaschen im Träger befinden und sie das einfach nicht rafft, will ich mal gar nichts erzählen hier.

Aber gut, ich will noch nicht schimpfen, immerhin bin ich schon bei Level 2! Und Level 2 steht für ganz genau viertausendeinhundertundfünfzig mitgezählte Pfandflaschen. Was wiederum – ich werde sie an der Kasse wieder treffen – für Billigbier, Billigcola, Zigaretten und Fertiggerichte ausgegeben wird.

Dann – ich warte schon immer auf diesen magischen Moment – das Schmankerl. Dööö, Zonk, die Flasche wird nicht angenommen. Selbst aus drei Metern Sicherheitsabstand und meiner knapp zweistelligen Dioptrinzahl sehe ich, dass das keine Pfandflasche ist, da KEIN PFAND auf der Flasche steht. Rotes Ettiket. Weiße Schrift. Quasi das Ultima ratio der Farbwahl, weil es auffälliger und heller kaum mehr geht und man sich als Designer davon erhofft, es auch jedem noch so beschränkten Dorfaffen somit verständlich machen zu können.

Aber nein. Analphabetismus sei dank, nein. Dööö, Zonk. Dööö, Zonk. „Das muss doch gehen!“ Und wieder reinschieben, wieder Fehlermeldung, wieder reinschieben, wieder Fehlermeldung. Ehe endlich eine Kehrtwende eintritt: Sie gibt auf und wirft die Flasche endlich genervt… natürlich in den noch halb vollen Sack zurück.

Ho. Ly. Shit. Level 3. Man lockere das Waffengesetz und reiche mir etwas mit großer Durchschlagskraft.

Es gab Tage, da dachte ich, ich würde an einer Krankheit, bei einem Unfall oder durch einen Kometeneinschlag sterben. Aber nein. Ich werde aus Gründen der Altersschwäche am Pfandautomaten oder einfach aufgrund eines Tobsuchtanfalls sterben.